Staudenbeete vergrößern

Herbstzeit ist Pflanzzeit heißt es ja so schön. Abgesehen davon, daß bei mir den Rest des Jahres auch Pflanzzeit war, muss ich als werdender guter Gärtner natürlich noch ein paar Pflanzen in den Garten setzen. Stöbert man dieser Tage durch diverse Baumärkte, kann man in den meisten Fällen eine mehr oder weniger große Ecke mit reduzierten Pflanzen finden, und bei Stauden zum halben Preis gibt es kein Halten mehr…

Rudbeckia fulgida „Little Goldstar“

In diesem Fall handelte es sich um den reich blühenden Sonnenhut Rudbeckia fulgida „Little Goldstar“. So richtig einfügen wollen sich die Neuankömmlinge jedoch in keines der Beete, eine Erweiterung muss her und der Platz dafür ist auch schnell gefunden.

Zunächst steche ich mit dem Spaten den neuen Umriss des Beetes ab. Das war der einfache Teil. Die Grasnarbe zu entfernen kostet einiges an Kraft und kann bei größeren Flächen mächtig schweißtreibend sein – gerade im Sommer, wenn der Boden sehr trocken ist.

Die Fläche, die ich vom Gras befreien möchte, teile ich mit dem Spaten zunächst in Streifen. Diese Methode hat sich für mich als am effektivsten herausgestellt. Die Schubkarre steht direkt daneben und so wandert Sode für Sode auf den immer höher werdenden Komposthaufen. Man wundert sich, welche Mengen da zusammenkommen.

Wenn der neue Abschnitt dann freigelegt ist, sammle ich noch grobes Wurzelwerk und Steine heraus. Das Umgraben der ganzen Fläche habe ich mir komplett abgewöhnt und lasse die Regenwürmer und Mikrooranismen an ihrem Platz. An dieser Stelle im Garten wäre es auch ein fast unmögliches Unterfangen. Der Boden ist hier sehr hart und Pflanzlöcher müssen mit der Spitzhacke vertieft werden. Das Einbringen von frischem Kompost könnte hier wahrscheinlich etwas Abhilfe schaffen.

Alle meine Beete sind mit Rindenmulch belegt. Dieser schützt den Boden vor dem Austrocknen und man muss nicht so oft gießen. Außerdem verhindert die Mulchschicht recht effektiv das Wachsen von Lichtkeimern, weil die feine Saat einfach durch die Mulchschicht nach unten rieselt. Wenn doch Unkraut aufgeht, lässt es sich sehr leicht entfernen. Ich war erstaunt, wie wenig Jätarbeit die großen Beete machen.

Mulchen der frischen Fläche

Zum Schluss finden die neuen Stauden ihren Platz im Beet. Die Pflanzlöcher versuche ich mit der Spitzhacke so tief wie möglich aufzulockern, damit es die Wurzeln später etwas leichter haben. Beim Angießen der frisch gepflanzten Stauden kann man ruhig verschwenderisch sein und alles richtig schön unter Wasser setzen. Das stellt sicher, daß der Wurzelballen komplett mit Erde in Verbindung kommt, Hohlräume werden zugeschlämmt. Meist gieße ich nächsten oder übernächsten Tag nochmal und dann nach ca. einer Woche erneut. Von da an ist die Pflanze eigentlich ihrem Schicksal überlassen, in heißen Sommern wie dem letzten habe ich allerdings öfter gegossen – die Stauden sahen einfach zu traurig aus.

Wenn die Beete ihre finale Form erreicht haben, möchte ich sie gerne noch mit Holz umranden. Das geht relativ schnell und günstig und lässt sich auch recht einfach wieder abändern. Eine leicht erhöhte Kante vermindert außerdem das Chaos, das vor allem Amseln beim Durchwühlen des Mulches anstellen.

Holzkante bei einem fertigen Beet

Wahrscheinlich werden die Beete bis zum Frühjahr noch um ein paar Quadratmeter gewachsen sein, man braucht ja Platz für die ganzen schönen Stauden 😉

LG Andreas