Ein Rosenbogen für Ghislaine

Ghislaine de Féligonde, so lautet der illustre Name der Rose, die ich vor kurzem geschenkt bekommen habe. Bei Madame Féligonde handelt es sich um eine Ramblerrose und eine Ramblerrose möchte – natürlich – ramblen was das Zeug hält. Direkt übersetzt heißt ‚to ramble‘ wandern, Rosen dieser Art klettern jedoch eher und werden wegen ihres schnellen Wachstums gern an alte Gehölze gesetzt, um diesen mit ihrem Grün und der prächtigen Blüte neues Leben einzuhauchen. Davon ist mein Exemplar im Moment noch weit entfernt, für die artgerechte Haltung sollte aber ein Rosenbogen im Garten entstehen. Bei der Suche nach einem geeigneten Bogen stellte sich schnell heraus, dass die meisten viel zu klein waren. Einige wenige hatten die nötige Spannweite von über 2 Metern, waren dann aber unschön oder unschön teuer. Da mir ein Bogen aus Holz im klassischen Pergola-Stil vorschwebte, war der Entschluss, den Bogen selbst zu bauen, schnell gefasst und mit einer kleinen Zeichnung schwarz auf weiß festgehalten.

Ramblerrose ‚Ghislaine de Féligonde‘

Material für den Rosenbogen, Außenmaße ca. 220 cm Höhe und 300 cm Gesamtbreite:

  • 4 Balken 7 x 7 cm, 240 cm für die senkrechten Träger
  • 2 Balken 4 x 8 cm, 300 cm für die Querträger
  • 1 Balken 7 x 7 cm, 210 cm für die diagonalen Stützen
  • 1 Balken 6 x 6 cm, 300 cm für die Querstützen an den Rankgittern (geteilt in 4 Stücke à 70 cm)
  • 5 Terrassendielen ca. 2 x 8 cm für insgesamt 10 Reiter à 120 cm
  • 4 Bodeneinschlaghülsen 7 x 7 cm
  • 2 Rankgitter 60 x 180 cm
  • diverse Schrauben
  • Holzschutzlasur

Beim Holz habe ich komplett auf druckimprägniertes Holz gesetzt und dieses zusätzlich mit einer Holzschutzlasur bearbeitet. Normalerweise sollte man einige Zeit mit der Lasur warten, bis das Holz etwas angegraut ist und das Grün der Imprägnierung nicht mehr so durchkommt. Mit der Geduld des Gärtners war es in diesem Moment allerdings nicht so weit her…

Baumaterial, noch unlasiert

Zunächst habe ich mit der Stichsäge die Enden der senkrechten Balken so bearbeitet, dass eine Auflage für die späteren Querbalken entsteht und die langen Querbalken der Optik wegen an den Enden im 45 Grad Winkel abgesägt. Jeweils zwei 7 x 7 Pfosten, ein Rankgitter und zwei Streben 6 x 6 cm habe ich mit langen Schrauben zu den Seitenteilen des Rosenbogens zusammengefügt und dabei auf die Ausrichtung der vorher gesägten Aussparungen an den Kopfenden geachtet. Die Löcher für die Schrauben habe ich bei allen Arbeitsschritten vorgebohrt, um ein Spalten des Holzes zu verhindern. Insbesondere bei den dünnen Hölzern der Rankgitter und bei den Reitern war dies unbedingt nötig.

Aufnahmen für die Querträger
Fertig zusammengeschraubte Seitenteile

Im nächsten Schritt habe ich dann eines der Seitenteile dort auf den Rasen gelegt, wo später der Rosenbogen stehen sollte. Die Form der Beete musste ich noch leicht anpassen, freute mich aber über die gewählte Spannweite von ca. 250 cm. Jeweils an den Enden des liegenden Seitenteils habe ich dann mit dem Hammer die Einschlaghülsen in den Boden getrieben. Durch die Vorgabe des fertigen Elements konnte ich die genaue Breite und auch den Abstand der Hülsen ermitteln. Bei Einschlaghülsen ist darauf zu achten, nie direkt mit dem Hammer auf die Metallkanten zu schlagen, weil sie sofort verbiegen würden. Ein ausgedientes Stück Kantholz in die Hülse gesteckt leistet hier gute Dienste. Anschliessend habe ich mit den 300 cm Balken und einer Wasserwaage noch die Höhenunterschiede der gegenüberliegenden Pfostenträger ermittelt und die Balken entsprechend am unteren Ende abgesägt. Dem ersten Aufstellen stand nun nichts mehr im Weg. Die Einschlaghülsen genau gerade in den Boden zu bekommen finde ich äußerst schwierig, weshalb sie mit leichter Gewalt und einiger Flüche zur Aufnahme der Balken überredet werden mussten.

In diesem Stadium war der Rosenbogen schon ziemlich stabil, es sollten jedoch noch diagonale Streben eingefügt werden; zum Einen der Festigkeit und zum Anderen der Optik wegen. Selbige hatte ich vorher mit der Kappsäge an den Enden auf 45 Grad geschnitten und jetzt einfach mit langen Schrauben am Bogen befestigt.

Zum Schluß habe ich noch aus den 240 cm langen Terrassendielen 10 Reiter gesägt, ebenfalls mit abgeschrägten Enden. Ursprünglich sollten die Reiter etwas dickeres Holz sein, die Dielen waren im Baumarkt allerdings gerade im Angebot und im Endergebnis sehen sie wirklich gut aus.

Der fertige Rosenbogen

Insgesamt hat das Material im Baumarkt ca. 160,- € gekostet. Holzschutzlasur hatte ich noch vorrätig und der Bau hat mal wieder sehr viel Spaß gemacht (abgesehen vom Lasieren der Rankgitter 😉 ). Vom fertigen Rosenbogen, oder vielmehr der fertigen Pergola oder Rankhilfe, bin ich ganz begeistert und hoffe, dass meine Ghislaine de Féligonde sie ebenfalls zu schätzen weiß und es mit außerordentlichem Wachstum und reicher Blüte dankt. Von der anderen Seite des Bogens her soll die Clematis ‚Princess Diana‘ das Rankgitter verschönern… ich bin schon sehr gespannt.

Ich hoffe die Beschreibung hat Dir gefallen und vielleicht die eine oder andere Idee für Dein eigenes Projekt geliefert.

LG Andreas

#rosenbogen #gartentips #bauanleitung #ghislainedefeligonde

Mein Gartenjahr: April und Mai

Kalt war es, kalt und ungemütlich. Der April und insbesondere der Mai zeigten sich hier im Norden von ihrer schlechteren Seite. Die schönen Tage ließen sich an wenigen Fingern abzählen und die Natur ist entsprechend noch weit zurück. Selbst die große Eiche im Garten hatte sich dazu entschlossen, ihre Blätter erst Ende Mai auszubreiten. Während in diversen Ratgebern empfohlen wird eben zu dieser Zeit bei Stauden den sogenannten Chelsea Chop (starkes Zurückschneiden um kompaktes Wachstum anzuregen) durchzuführen, freute ich mich dieses Jahr über gerade mal handbreit hoch gewachsene Pflanzen. Jetzt, Mitte Juni sieht die Sache natürlich schon ganz anders aus; das feuchte Wetter und die dann einsetzende Wärme haben die Beete (und die Unkräuter) quasi explodieren lassen.

Tiarella ‚Sugar and Spice‘

Dem Wetter entsprechend habe ich im April und im Mai keine größeren Projekte im Garten gestartet. Das herausragendste Ereignis war wohl das Kappen großer Teile der Eberesche (Sorbus aucuparia), die neben dem Haus wächst. Bereits letztes Jahr bildeten sich lange Risse in der Rinde und hier und da fing sie an, sich einfach abzuschälen. Ich vermute, dass der Baum durch die lange Trockenheit letztes Jahr anfällig für eine Pilzerkrankung geworden ist. Zwei der vier Stämme habe ich mit tatkräftiger Unterstützung herausgeschnitten und sie entpuppten sich als komplett leblos und äußerst spröde. Der dritte Stamm hat noch Blätter bekommen, zeigt aber auch bereits die gleichen Symptome und auf Strecke wird vermutlich der ganze Baum absterben, was sehr schade ist. Die Eberesche ist mit ihren fiederartigen Blättern und den roten Beeren sehr dekorativ.

Erkrankung an der Eberesche
Apfelblüte
Moossteinbrech

In meinem Garten wachsen einige Kirschlorbeer-Büsche (oder Lorbeerkirsche) und ich möchte sie nach und nach gegen sinnvollere Gewächse austauschen. Zwar sind die weit verbreiteten Heckenpflanzen immergrün und mit den dunklen Blättern und weißen Blüten nicht hässlich, ihr Nutzen für die heimische Tierwelt ist jedoch äußerst gering und sie verbreitet sich über Aussaat recht nervig. Einzig an der Grundstücksgrenze darf sie sich zwecks Sichtschutz gern austoben. Unter dem Apfelbaum ist im Mai ein relativ großer Kirschlorbeer einem Beet gewichen, wo bisher Funkien und Storchschnabel wachsen. Gerade die Blüten des Storchschnabels sind ständig von einer ganzen Schar Hummeln und Bienen umschwärmt. Im Laufe des Jahres wird sicher noch einiges an Pflanzen dazu kommen.

Im gleichen Atemzug habe ich die Beetumrandung aus Holz endlich vervollständigt (zumindest an diesem Beet). Dafür nehme ich einfach 7cm starke, druckimprägnierte Rundpfähle und schneide sie, der Beetform entsprechend, mit leichter Gehrung in kurze Stücke. Anschließend werden die Enden einfach durch eine lange, diagonale Schraube verbunden. Dieses System hält zwar nicht ewig, geht aber schnell und ist relativ kostengünstig. Die Optik dieser Begrenzung gefällt mir außerdem sehr gut, ich bin kein großer Fan von Umrandungen aus Metall…

Zwischendurch gab es natürlich immer Kleinigkeiten zu erledigen… Pflanzen neu eintopfen, das unsägliche Unkrautzupfen, Rasen mähen und die Baumärkte nach Pflanzen durchstöbern 😉 Im Moment plane ich noch den Bau eines großen Rosenbogens, an dem meine neue Ramblerrose ‚Ghislaine de Féligonde‘ nach Herzenlust rambeln darf. Aber davon berichte ich dann beim nächsten Mal 🙂

LG Andreas