Ein Goldstück im Garten: der Goldliguster

Wie vielleicht auch in Deinem Garten steht in meinem ein wunderschöner Goldliguster als Solitärgewächs. Der äußerst robuste Großstrauch bildet bei mir einen zentralen Punkt, Grund genug sich etwas genauer über die Pflanze zu informieren. Alles Wissenswerte, das ich dabei entdeckt habe, ist in diesem Beitrag zusammengefasst…

Ursprünglich stammt der Goldliguster aus Japan, China und Korea, wo er wild in der Natur wächst. Er hat bereits im 16. Jahrhundert den Weg in europäische Gärten gefunden. Mit botanischem Namen heißt er Ligustrum ovalifolium ‚Aureum‘ und gehört zu den Ölbaumgewächsen. Ovalifolium steht dabei für die ovale Form seiner ca. 4 – 6 cm langen Blätter, wobei ‚Aureum‘ seine leuchtend gelbgrünen Blätter beschreibt. Diese unterscheiden ihn sehr deutlich von dem sehr häufig vorkommenden gewöhnlichen Liguster, der dunkelgrüne Blätter hat. Der Name ‚Liguster‘ geht vermutlich auf das lateinische Wort ligare zurück, was so viel wie flechten oder binden heißt. Aus den sehr weichen, frischen Ästen wurden in früheren Zeiten Korbgefäße hergestellt.

Goldliguster ist nicht ganz so wuchsstark wie sein dunkelgrüner Verwandter, legt jedoch pro Jahr gut und gerne 30-50 cm in Höhe und Breite zu. Der dicht verzweigte Strauch wächst aufrecht und kann sowohl als Solitärpflanze, als Hecke oder auch Hochstamm gezogen werden, wobei er sehr gut schnittverträglich ist und auch größere Rückschnitte schadlos wegsteckt. Ich bringe meinen Liguster gern im Frühjahr einmal mit der Akku-Heckenschere in Form und lasse ihn dann einfach seine ganze Pracht entfalten. Oftmals wird empfohlen, den Liguster zweimal im Jahr zu schneiden, was bei Hecken auch durchaus angebracht ist. Meiner Erfahrung nach kann ein Formschnitt eigentlich zu jeder Jahreszeit durchgeführt werden. Als Solitär wird er 2,50 bis 4,00 Meter hoch und bis zu 2,5 Meter breit, wobei ich noch nicht ausprobiert habe, wie groß er wirklich wird, wenn man ihn denn lässt. Im Netz schwanken die Angaben zwischen 3,00 und 4,50 Metern. Als Hecke lässt er sich wunderbar in jede beliebige Form bringen und ist dabei schön blickdicht.

An seinen Standort stellt der Goldliguster kaum Ansprüche: sandiger bis lehmiger oder humoser Boden werden vertragen, wobei humusreich natürlich am besten angenommen wird. Bei mir steht er in praller Sonne auf lehmigem Boden. Die Lichtintensität hat auch direkten Einfluss auf sein Aussehen. In voller Sonne entwickelt sich seine goldgelbe Farbe am besten, während er im Halbschatten eher grünlicher bleibt und auch weniger Blüten ausbildet.

Die Blüten sind wirklich noch einmal eine Klasse für sich: an langen Rispen zeigen sich im Juni und Juli zahlreiche kleine weiße Blüten, die verführerisch duften und ein wahrer Magnet für Hummeln und andere Bestäuber sind. Nach der Blüte entwickelt der Strauch kleine, für Liguster typische, fast schwarze perlenartige Beeren. Für uns ist die Frucht völlig ungenießbar und leicht giftig, für Vögel allerdings sind die kleinen Kugeln ein wahrer Leckerbissen. So bietet der Goldliguster durch sein dichtes Astwerk einen Nistplatz, Vogelfutter und Nahrung für Insekten, ein wirklich wertvolles Gehölz.

Der Goldliguster ist absolut winterhart und immergrün, wobei er hier in Norddeutschland in kalten Wintern doch einiges seines Laubes abwirft. Frostschäden konnte ich an ihm noch nie feststellen. Größere Gehölze sind zudem recht trockenresistent, kleinere frisch gepflanzte Büsche sollten im Sommer jedoch ab und zu gewässert werden, wobei ruhig Leitungswasser verwendet werden kann. Der Liguster mag Kalk recht gerne. Zudem ist er fast resistent gegen Krankheiten.

Beim Pflanzen empfiehlt es sich, humusreiche Erde, Kompost oder auch ein bisschen Hornspäne mit in das Pflanzloch zu geben. Pflanzzeit ist wie bei den meisten Büschen Frühjahr und Herbst. Wenn Du Deinen Liguster im Sommer kaufst, wird er Dir auch diesen Zeitpunkt nicht übel nehmen (bei entsprechender Wasserversorgung). Im Frühjahr habe ich einen anderen, etwa 10 Jahre alten Goldliguster ausgegraben und umgepflanzt, was ohne weiteres vertragen wurde. Vorher habe ich das Gebüsch noch gut zurückgeschnitten, um ein bisschen die Verdunstung der Blätter zu verringern. Mittlerweile wächst er wieder, als wäre nichts gewesen. Ein absolut robustes Gewächs.

Im Moment versuche ich gerade, den Goldliguster durch Stecklinge zu vermehren. Dazu habe ich einfach junge, ca. 20 cm lange Triebe geschnitten. Von diesen werden dann die unteren Blätter entfernt. Zusätzlich werden einige der oberen auch entfernt oder halbiert, um wiederum die Verdunstung zu verringern. Die so vorbereiteten Stecklinge hätte ich jetzt eigentlich in Bewurzelungspulver gesteckt, was wahrlich wie eine Zutat aus einem Harry Potter Film klingt, aber nur beim Bilden der Wurzeln helfen soll. Besagtes Pulver habe ich allerdings so weggelegt, dass ich es gut wiederfinden kann – nämlich gar nicht. Anschließend werden die Stecklinge in Anzuchterde gesteckt und gut angegossen. Für dieses Experiment benutze ich das Kunststoffkistengewächshaus, in dem ich bereits Hortensien sehr erfolgreich vermehrt habe (den Artikel findest Du HIER). Über das Ergebnis dieser Unternehmung berichte ich später.

Wenn Du noch keinen Goldliguster Dein eigen nennst kann ich Dir dieses robuste und wunderschöne Gehölz aus genannten Gründen nur empfehlen. Bei der Gartengestaltung lassen sich mit der goldgelben Farbe tolle Akzente setzen und durch die sehr gute Schnittverträglichkeit kann er für viele Formen und Gelegenheiten genutzt werden.

Hat Dir der Beitrag gefallen? Was sind Deine Erfahrungen mit dem Goldliguster? Schreib mir, ich freue mich auf Deinen Kommentar..

LG Andreas

#liguster #goldliguster #pflanzenwissen #gartentips #heckenschnitt