Mein Gartenjahr: Oktober

Haben wir wirklich schon fast Ende November? Das kann nur bedeuten, dass der Beitrag für Oktober etwas länger gebraucht hat… ok, nicht so lange wie das Bilden einer neuen Regierung aber doch länger als gewohnt. Während hier die Tage immer kürzer werden und es manchmal so wirkt, als würde es gar nicht richtig hell, habe ich mich 10 Tage auf Teneriffa getummelt und mir die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Vom Oktober möchte ich aber dennoch erzählen, es gibt ja zum Glück Fotos und Instagram als Gedächtnisstütze 😉

Ich glaube ich habe ihn schon des Öfteren erwähnt, den Kerzenknöterich ‚Speciosa‘. Anfang letzten Jahres hatte ich drei der fantastischen Stauden ins Beet gepflanzt. Nachdem er bis in den Dezember hinein noch Blüten hatte, zog er sich anschließend komplett zurück, um dann im März/April erneut auszutreiben. Während manche Knöterichsorten einen unerwünschten Wildwuchs über Rhizome, unterirdische Wurzelausläufer, haben, ist die Art ‚Speciosa‘ so nett sich nur selbst auszusäen. So trieben im Frühjahr um die Mutterpflanzen herum hunderte kleiner neuer Knöteriche aus, was mich natürlich sehr gefreut hat (bedenkt man den Preis für so eine Staude). Die meisten habe ich einfach wachsen lassen und später dann ein paar von ihnen separat neu eingepflanzt. Die Jungpflanzen haben sich mehr als gut entwickelt und bereits im August Blüten gebildet.

einjährige Sämlinge vom Kerzenknöterich ‚Speciosa‘

Wenn man nun schonmal so schöne neue Stauden gezogen hat, brauchen sie natürlich einen entsprechenden Platz im Garten… ein Beet musste also erweitert werden. Die Entscheidung war schnell getroffen: das kleine Beet, in dem bisher eine Saatmischung wild ihr Unwesen trieb, sollte vergrößert und zum Knöterich-Refugium werden. Obwohl es einige Tage vorher geregnet hatte, schwante mir beim Abstechen der Grassoden bereits böses… der Boden war 5cm unter dem Rasen steinhart. Nach einer guten, schweißtreibenden Stunde hatten die Spitzhacke, der Spaten und ich keine Lust mehr und befanden die Erde als ausreichend aufgelockert. Da hier im Garten große Bereiche eher lehmig und trocken sind, habe ich gleich ein bisschen alten Grasschnitt und halb verrottetes vom Komposthaufen mit eingearbeitet. Oben drauf dann noch eine Schicht Rindenmulch und die kleinen Stauden konnten ihr neues zu Hause beziehen. In die Mitte des Beetes habe ich noch einen tollen, pink blühenden Wiesenknopf der Sorte ‚Pink brushes‘ gesetzt, der etwas höher als der Kerzenknöterich ist. Ich hoffe, dass aus dieser Kombination eine tolle Wirkung entsteht. Der Wiesenknopf war ursprünglich übrigens auch nur eine Pflanze, die sich nach dem Ausgraben jedoch ganz leicht in drei Stücke teilen ließ (im Bild noch nicht gepflanzt).

Das fertige, frisch erweiterte Beet. In der Mitte kommen noch rosa blühende Wiesenknöpfe ‚Pink Brushes‘ hinzu…

Wo ich grad vom Ausgraben spreche: einige Stauden haben noch ihren Platz gewechselt. So habe ich die Beete etwas mehr nach Farben und Höhen sortiert. Die Staudensonnenblume habe ich mal wieder geteilt und ebenfalls versetzt, nächstes Jahr sollte sie ein tolles, gelbes Blütenmeer bilden. Die Chrysanthemen an der Terrasse sollen auch noch umziehen, womit ich aber noch einige Zeit warte, weil sie im Moment sehr üppig blühen. Viele Chrysanthemensorten sind winterhart, so waren meine Exemplare letztes Jahr Dekoration vor der Haustür aus dem Discounter. Dieses Jahr haben sie schon fast die doppelte Größe erreicht.

Die winterharte Staudensonnenblume ‚Helianthus atrorubens‘ lässt sich im Herbst prima durch Teilen vermehren

Ende Oktober war es Zeit für große Strelizie, wieder ins Haus umzuziehen, da sie keinen Frost verträgt. Ich hatte ihr dieses Jahr einen neuen, größeren Topf spendiert und Sie hat sich draußen sehr schön entwickelt. Leider hat sie ewig nicht geblüht. Vor einigen Jahren hatte sie mal eine Blüte, danach leider nie wieder. Aber ich hänge natürlich trotzdem an ihr, zumal ich sie vor ewig langer Zeit aus einem Samenkorn gezogen habe. Am besten überwintert das hübsche Gewächs in einem hellen Wintergarten. Eben dieser fehlt mir jedoch gerade, also musste der große Topf wieder ins kühle Schlafzimmer. Der Transport im Garten war dank der Schubkarre einfach… im Haus dann die Treppe hoch sperrte sich die Gute etwas und machte sich gefühlt nochmal extra schwer. Strelizien mögen Sonne und wenn sie drinnen stehen einen möglichst hellen Standort. Die Paradiesvogelblume kann bis zu 2 Meter hoch werden. Wenn sie im Frühjahr nach draußen gestellt wird, muss sie langsam an die Sonne gewöhnt werden, da die festen Blätter sonst verbrennen können. Ich hoffe, dass ich sie im nächsten Jahr durch ein bisschen Dünger zu einer Blüte überreden kann…

Im späten Herbst muss die Strelizie zurück ins Haus oder den Wintergarten, da sie keinen Frost verträgt

Im Oktober wird es im Garten ansonsten immer ruhiger. Ein Augenschmaus ist jetzt die Herbstfärbung vieler Gehölze und die Blüten einiger späten Stauden. Insbesondere der helle Perrückenstrauch ‚Golden Spirit‘ zeigt jetzt was er kann. Der im Sommer gold-gelb-grüne Strauch leuchtet in einer Mischung aus rot und gelb. Die Blüten der Fetthenne bringen immer noch Farbe ins Beet, Anemonen und Dahlien zeigen ihre letzten Blüten und die Chrysanthemen sehen aus wie frisch vom Gärtner. Selbst die Schokoladenblume hält noch tapfer durch. Der Herbst hat in meinen Augen seinen ganz eigenen Reiz und die bunte Natur sollte man möglichst oft draußen im Garten, beim Wandern oder Radfahren genießen.

Perrückenstrauch ‚Cotinus coggygria ‚Golden Spirit‘ zeigt im Herbst nochmal, was er kann

Alle weiteren Beiträge meines Jahrestagebuchs findest Du in der Kategorie „MEIN GARTENJAHR“.

Ausklingen lassen möchte ich den Beitrag wie immer mit einigen Fotos aus dem herbstlichen Garten… genießt die Zeit und bis zum nächsten Mal.

LG Andreas

#herbstzeit

#staudengarten

#hobbygärtner

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