Wintersturm

Im Norden Deutschlands, genauer gesagt an der Ostseeküste bei Heiligenhafen, ist es wettertechnisch im Moment recht ungemütlich und gleichzeitig faszinierend. Ein eisiger Sturm aus östlicher Richtung fegt über die Küste hinweg. Bei Temperaturen unter 0 Grad hält man es am Strand nicht besonders lange aus, dennoch zog es mich heute ans Wasser, um mir das Schauspiel anzusehen.

Teilweise wird der Sand vom Strand geweht und es bilden sich „Sandwehen“ auf Straßen und Parkplätzen…

Heute Nacht soll noch einiges an Schnee dazu kommen. Während die Mitte Deutschlands bereits mit einigem Schnee zu kämpfen hat, ist hier noch nichts angekommen… ich bin gespannt.

LG Andreas

Mein Gartenjahr: Januar

So richtig hören mag man es nicht mehr… der zweite Corona-Lockdown hält an und sorgt zum Einen für viel Frust und zum Anderen auch hier und da für mehr Freizeit. Dass es den meisten lieber wäre, der üblichen geregelten Tätigkeit nachzugehen und für den Lebensunterhalt zu sorgen ist wohl unbestritten. Bei mir kommt ein Teil der gewonnenen Zeit dem Garten zu Gute. Normalerweise ist es im Januar nach der Arbeit bereits dunkel, sodaß ich in der Woche draußen nicht mehr viel schaffen kann. Im Moment kann ich jedoch ganz ungeniert, und solange die kalten Finger es zulassen, im Garten arbeiten.

Los ging es mit dem Schneiden des Flieders an der Terrasse. Der letzte Schnitt war mindestens 5 Jahre her und das Gewächs wurde etwas ausladend und nahm der Fläche dahinter zu viel Licht und Wasser weg. Das Schnittgut wanderte direkt in den Häcksler und liegt nun als Mulchschicht auf diversen Beeten. Der Walzenhäcksler ist uralt, verrichtet aber unbeirrbar seinen Dienst und knabbert auch dickere Äste zuverlässig weg wie leckere Salzstangen. Bei der Gelegenheit habe ich auch gleich meine schöne Handsäge zerlegt, mit einem hörbaren „pinng“ ist die Klinge einfach glatt abgebrochen. Zum Glück gab der Schuppen noch eine ältere Ersatzsäge her.

An einem der wettertechnisch weniger erfreulichen Tage habe ich aus Holzresten im Keller ein nettes Vogelhaus zusammengezimmert. Der Boden besteht aus Nut- und Federbrettern, Resten vom Schuppenbau. Das Dach ist ein altes Regalbrett und ein paar Leisten und Dachpappe waren auch noch vorrätig. Der Pfahl, auf dem das ganze Konstrukt ruht, ist von einem selbstgebauten Wäschegestell übrig geblieben. Praktischerweise war die Einschlaghülse noch dran, und das natürlich in weiser Vorraussicht und nicht etwa, weil ich seinerzeit zu bequem gewesen wäre sie abzuschrauben. Leckeres Vogelfutter eingestreut und diverse Meisenknödel im Garten verteilt – fertig ist das Buffet…

Ebenfalls im Januar habe ich noch einige der Beete neu abgestochen und ein bisschen vergrößert. Die Rasenflächen führen jetzt teilweise wie Korridore zwischen den Beeten entlang, genau so wollte ich es haben und hoffe auf ein üppiges Wachstum der vielen Stauden. Ebenfalls fleißig ist mein neuer Mitbewohner, bei dem es sich entweder um eine Wühlmaus oder um einen Maulwurf handelt. Letzterer wäre mir natürlich lieber, eine Untersuchung der Hügel und Gänge wird seine Identität wohl verraten.

Dann sind da noch meine zwei Apfelbäume, die nach ihrem Schnitt jetzt ein bisschen aussehen wie Pinien in Italien. Ich habe alle Triebe, die steil nach oben wachsen entfernt… und es wuchsen fast alle Triebe steil nach oben. Ein bisschen auslichten kann ja nicht schaden. Alles, was über Kreuz wuchs oder Äste, die aneinander rieben, fielen ebenfalls der Säge zum Opfer. Hecken- und Baumschnitt ist für mich eine absolut meditative Beschäftigung. Die Konzentration liegt voll und ganz auf dem, was man gerade tut… sehr entspannend. Das anschließende Häckseln gehört auch dazu.

An der Terrasse haben einige Christrosen im Halbschatten einer Säulenhainbuche ihren neuen Platz gefunden. Auch hier soll nach und nach der völlig vermooste Rasen verschwinden und bodendeckenden Stauden weichen. Es wird ein Fest, wenn die Gartencenter endlich wieder öffnen – und wahrscheinlich auch das absolute Chaos.

Im Haus blühen jetzt wie verabredet fast alle Orchideen. Ein Exemplar hat eine neue Glasschale mit eher wenig Orchideensubstrat bekommen. Alle braunen und trockenen Wurzeln habe ich dabei großzügig entfernt. Die hübschen Pflanzen sind sehr viel robuster, als man annehmen mag. Am besten gedeihen sie bei mir an Plätzen ohne direkte Sonne und wenn man sie einfach in Ruhe lässt. Wenn es draußen wieder etwas wärmer ist, sollen noch ein paar andere Topfpflanzen neue Erde bekommen. Die uralte Strelizie müsste auch einen größeren Kübel haben, allerdings ist der jetzige schon kaum noch zu transportieren…

Das war im Groben mein Januar im Garten. Wie man sieht, gibt es fast immer etwas zu tun. Ein schönes Sprichwort von Rudyard Kipling lautet:

„Ein Garten entsteht nicht dadurch, dass man im Schatten sitzt.“ 🙂

LG Andreas

Christrosen

Im Winter blüht im Garten ja für gewöhnlich nicht sehr viel. Eine Ausnahme bildet die Christrose (Helleborus niger), die völlig entgegen dem Rest des Staudenbeets ab November bis März ihre Blüten zeigt. Die niedrig wachsende Staude breitet sich im Laufe der Zeit horstig über ihre Wurzeln aus und zeigt umso mehr ihrer leichten und sehr hübschen Blüten. Dass sie winterhart ist versteht sich von selbst. Am besten gedeiht die Christrose in halbschattigen bis schattigen Lagen ohne Staunässe und eignet sich als Unterpflanzung unter laubabwerfenden Gehölzen. Alle Teile der Pflanze sind giftig.

In meinem Garten habe ich bereits Christrosen, allerdings an einem eher ungünstigen Platz. Den Kauf eines weiteren Exemplars habe ich gleich zum Anlass genommen, alle Pflanzen zusammen unter eine Säulenbuche zu pflanzen. Bei Temperaturen um 6 Grad und nur leichter Bewölkung hat das Wühlen in der Erde mal wieder richtig Spaß gemacht. Nebenbei bin ich gleich noch dem Apfelbaum etwas zu Leibe gerückt.

Ich hoffe der Christrose gefällt ihr Standort und dass sie sich ordentlich ausbreitet. So kann man sich doch schon fast auf den nächsten Winter freuen 😉

LG Andreas

Winterwetter im Garten

Zur Zeit ist das Wetter in Norddeutschland bis auf wenige Ausnahmen der Jahreszeit entsprechend schlecht: jede Menge Regen, Temperaturen um die 0 bis 5 Grad und ordentlich Wind. An der Ostsee sind längere Frostperioden eher selten geworden, ebenso der damit verbundene Schnee. Bis jetzt gab es nur 2-3 Tage, an denen der Garten leicht weiß gepudert war… aber vielleicht kommt der große Wintereinbruch ja noch, wer weiß. Der Rasen fühlt sich beim Betreten an wie ein großer grüner Schwamm und im hinteren Bereich des Gartens habe ich doch tatsächlich den aufgehäuften Gang einer Wühlmaus entdeckt. Angeblich sollen ja Kaiserkronen gegen die kleinen Nager helfen, wenn die Nahrung knapp wird sollen sie diese laut einem Bericht in einem Gartenforum allerdings auch nicht verschmähen. Vielleicht schaffe ich es ja ohne Chemie oder Fallen den ungebetenen Gast zu vertreiben.

Zur Zeit bin ich nur selten im Garten… hier und da etwas Laub beseitigen, vom Sturm abgebrochene Äste wegräumen und alten Heckenschnitt häkseln. Die Stauden haben Winterpause und in den Beeten lassen sich so wunderbar größere ungewünschte Graseinwüchse entdecken und beseitigen, durch den aufgeweichten Boden geht das auch sehr leicht. Im Herbst habe ich noch diverse Storchschnäbel, Allium und Salbei gepflanzt, auf die ich schon sehr gespannt bin. Bis es wieder so aussieht wie auf dem Foto unten wird es aber noch etwas dauern…

Ein Projekt, das ich gern in 2021 angehen möchte, ist die Umgestaltung der Fläche direkt an meiner Terrasse. Bis jetzt wächst dort im Schatten einer Spierenhecke nur etwas Gras, bzw. Moos mit einzelnen Grashalmen. Außerdem eine schöne Säulenbuche. Geplant für die Fläche sind bis jetzt diverse niedrige Knöteriche für die vordere Randbepflanzung, ein paar Heuchera und schattenverträgliche Gräser. Außerdem soll meine neue Schirmtanne einen würdigen Platz bekommen. Im Schatten eines großen Flieders steht auch noch eine Tulpenmagnolie, die an diesem Plattz eher schlecht als recht wächst und blüht. Sie soll in sonnigere Gefilde umziehen. Für das entfernen der spärlichen Grasnarbe ist jetzt eigentlich ein guter Zeitpunkt, da wie erwähnt alles schön aufgeweicht ist. Bei Regen muss es allerdings nicht unbedingt sein 😉

Ebenfalls im Herbst habe ich noch eine schöne Ramblerrose eingepflanzt, die entweder noch an einen anderen Platz umziehen oder aber an Ort und Stelle einen Rosenbogen bekommen soll. Da ich bis jetzt noch keinen Rosenbogen gefunden habe, der mir so richtig gefallen würde, ist wohl wieder eine Eigenbau-Lösung die einzige Möglichkeit, welche natürlich absolut sturm- und bombensicher ausfallen wird…

Diese und andere Projekte müssen jedoch noch etwas warten, da im Moment alle Baumärkte geschlossen sind. Man kann zwar im Internet Material aussuchen und dann zu einem gegebenen Termin abholen, richtig gefallen will mir diese Lösung allerdings nicht. Gerade bei Holz möchte ich doch gern gucken, anfassen und auswählen. Beim Bau meiner Gartenhütte hatte ich Nut- und Federbretter bestellt, ohne vorher die Qualität anzuschauen… das Ergebnis waren etliche nur teilweise brauchbare oder ganz und gar unbrauchbare Bretter. Aber mit Planen, Harken, Häkseln und Buddeln kann man sich die Zeit ja auch vertreiben 🙂

LG Andreas

Fotos vom Graswarder in Heiligenhafen

Das Naturschutzgebiet Graswarder in Heiligenhafen ist eine stetig wachsende Landzunge und mehr als sehenswert. Mit den Dünen, dem Ostseestrand und den vielen brütenden Vögeln hat die Natur hier auf rund 230 Hektar etwas Einzigartiges geschaffen.

Heiligenhafen zählt knappe 10.000 Einwohner, im Sommer verdoppelt sich diese Zahl durch den Tourismus. In Zeiten des Corona-Lockdowns kann man die Halbinsel Graswarder und auch den Rest des Ortes mal ganz in Ruhe genießen. Für die Geschäftswelt ist es natürlich eine ganz andere Sache… Unter normalen Umständen würden auf dem Bild oben eine ganze Menge Spaziergänger zu sehen sein.

Blick Richtung Heiligenhafen

Durch das Naturschutzgebiet werden eigentlich regelmäßige Führungen angeboten, die zur Zeit leider auch nicht stattfinden können. Weitere Infos und Details findest Du hier:

Graswarder

Ein weiteres Highlight sind die alten Reetdachhäuser. Die Strandvillen bilden eine bezaubernde Kulisse und sind ein äußerst beliebtes Fotomotiv.

Der Graswarder in Heiligenhafen ist absolut eine Reise wert (sofern wieder erlaubt) und auch der Ort selbst bietet sehr viel Sehenswertes. Meine kleine Wanderung hat ungefähr eineinhalb Stunden gedauert, die Landzunge ist ca. 2.5 Kilometer lang, in die andere Richtung kann man allerdings noch etliche Kilometer mehr am Strand oder auf der Promenade laufen. Ganz am Ende des Badestrandes kommt man schließlich noch zu der schroffen Steiküste, ein ebenso schönes Ziel.

Wer sich den Ostseewind um die Nase wehen lassen möchte ist hier genau richtig. Im Sommer lädt das Meer zu einem erfrischenden Bad ein…

LG Andreas

Einfach mal Pflanzenfotos

So ein Blog ist wirklich eine großartige Sache… man kann seinen Gedanken schriftlich freien Lauf lassen und das Ergebnis ungebremst auf die (geneigte) Menschheit loslassen. Das macht nicht nur Spaß, sondern regt auch das Denkstübchen an. Und als ob das nicht genug wäre, sind Fotos eine ganz wunderbare Ergänzung zu den meisten Themen, in diesem Fall Pflanzen und Natur. Dass mir sowohl Schreiben als auch Fotografieren Spaß machen trifft sich natürlich gut. Im Moment teste ich nach Jahren des Automatik-Modus aus, was meine Kamera noch so alles kann und hoffe, das Dir das eine oder andere Foto gefällt…

  • Kamera: Canon EOS 700D
  • Objektiv: Canon EFS 18-55mm u. Canon EF 75-300mm
  • Stativ: Manfrotto 055X PROB
Sedum
Weihnachtsstern ‚Euphorbia pulcherrima
Klee
Ziergras Carex foliosissima ‚Vanilla Ice
Rispenhortensie
Perrückenstrauch

LG Andreas

Ausflug zum Wittensee

Wittensee? Kenn ich gar nicht, obwohl er eigentlich unüberse(e)hbar ist. Mit seinen fast 10 Quadratkilometern Fläche ist er der viertgrößte See in Schleswig-Holstein. Über die A210 und A7 ist man von Kiel aus in ca. 30 Minuten am Ziel, die weitaus schönere und interessantere Strecke führt allerdings über die Landstraße an Gettorf, Holtsee und Sehestedt vorbei. An diesem sonnigen Novembertag musste man einfach nach draußen in die Natur, der Winter wird noch genug dunkle und nasse Tage bringen.

Direkt am See an der Badestelle Hoheluft finden sich einige Parkplätze, die im November auch ausreichend Platz bieten, im Sommer aber vermutlich hoffnungslos überfüllt sind. Direkt nebenan befindet sich nämlich auch der örtliche Surfclub, und selbst bei diesen Temperaturen waren einige unerschrockene Sportler auf dem Wasser. Ich bewundere die Kälteresistenz und ziehe meinen Jackenkragen lieber noch etwas höher, es weht eine gute Brise über den See heran.

Einen direkten Wanderweg findet man hier nicht, es schlängelt sich aber ein Pfad durch den waldigen Uferstreifen. Die Bäume stehen hier direkt am Wasser und bilden mit ihren Wurzeln teilweise bizarre und interessante Formen.

Richtung Nordwesten gelangt man entlang der wenig befahrenen Straße zum Ort Groß Wittensee, wo man gleich noch der historischen Windmühle ‚Auguste‘ einen Besuch abstatten kann:

http://www.windmuehle-auguste.de/index2.html

In entgegengesetzter Richtung führt eine kleine Straße am See entlang. In Richtung Ufer kann man eine ganze Reihe sehr schöner und teilweise skurriler Ferienhäuser bewundern.

Da es keinen direkten Wanderweg um den ganzen See gibt, geht es auf dem selben Weg zurück zum Startpunkt. Eine besonders lange Wanderung war es sicherlich nicht, dennoch gab es in den gut 2 Stunden eine Menge zu sehen und zu entdecken und vor allem jede Menge frische Luft.

Ich kann nur empfehlen, einfach mal ein Ziel auf der Karte rauszusuchen und dieses dann zu entdecken. Es gibt in der direkten Umgebung des eigenen Wohnortes so viele Gegenden, die man einfach noch nie gesehen hat und einen Besuch wert sind. Gerade in Corona-Zeiten, in denen sonst Alltägliches einfach nicht mehr oder nur eingeschränkt möglich ist, bringen Entdeckungsreisen neue Energie und neue Eindrücke und damit meist auch ein positiveres Gemüt.

Das war schon der kleine Reisebericht vom Wittensee. Unternimmst Du zur Zeit auch mehr Ausflüge als sonst? Bis zum nächsten Bericht 🙂

LG Andreas

Das Mammut (-blatt) geht in Winterschlaf

Bei der Gunnera manicata handelt es sich um eine, man mag es kaum glauben, Staude aus Südamerika. Damit es ihr hier in Deutschland nicht ähnlich ergeht, wie ihren felltragenden Namensvettern in der Eiszeit, muss sie im Winter vor allzu strengem Frost geschützt werden.

Mammutblatt ‚Gunnera manicata‘

Mein Exemplar ist noch nicht viel größer als gewöhnlicher Rhabarber, dem sie sehr ähnlich sieht aber nicht verwandt oder verschwägert ist. Das Mammutblatt hat seinen Namen zu Recht, die ausgewachsene Pflanze wird über 2 Meter hoch und ein einzelnes Blatt kann gut 2 Meter Durchmesser haben, während die mit weichen Stacheln bewehrten Stiele 10cm Durchmesser erreichen können. Dazu braucht die Gunnera einen feuchten, sauren Boden, viel Platz und Nährstoffe, möglichst im Halbschatten. Im späten Herbst sterben alle Blätter ab und die Pflanze zieht sich in den Boden zurück, um die unglaubliche Pracht im kommenden Jahr komplett von Neuem zu entwickeln. Die kolbenartigen Blütenstände haben mit einem guten Meter Höhe ebenfalls eine recht beeindruckende Größe. Ob die Bedingungen hier in Norddeutschland und speziell in meinem Garten einen solchen Wuchs zulassen, muss sich erst noch zeigen…

Weiche Dornen am Stiel der Gunnera

Um diesen Giganten also fit für den Winter zu machen, muss der Wurzelballen gut eingepackt werden. Dazu schneide ich die Blätter nah am Zentrum der Pflanze ab und lege sie umgedreht, wie ein Dach, auf die Staude. Dadurch wird Regenwasser abgeleitet und unter dem Blätterdach entsteht ein gewisser Hohlraum für Luftzirkulation. Im Abstand von ca. 40 x 60cm stecke ich nun Rundhölzer in die Erde, bzw. hämmere sie mit der 3kg Spaltaxt in den Boden, wobei natürlich auch gleich eines der Hölzer abgebrochen ist – wo rohe Kräfte sinnlos walten… Ursprünglich hatte ich vor, eine Art Käfig aus Kaninchendraht zu bauen. Die Preise für dieses schnöde Geflecht lagen im Baumarkt allerdings in Bereichen, die mich meine Pläne nochmal überdenken liessen. Ich mag Madame Gunnera, übertreiben muss man es aber nicht 😉

Bei grösseren Pflanzen entsteht fast ein Dach aus alten Blättern

Eine andere Lösung musste her und war auch schnell gefunden. Die Haselnuss bildet beim Neuaustrieb immer lange, antennenartige Äste aus, mit denen sich ein wunderbarer „Käfig“ für das Mammutblatt flechten lässt. Zum Glück hatte ich die Zweige noch nicht mit dem Häcksler bearbeitet.

Haselnusszweige

Zum Schluss fülle ich das Gehege noch mit einer Schicht Kiefernnadeln, die durch ihre Struktur Luft an die Pflanze lassen und hoffentlich Schimmelbildung entgegenwirken. Darüber kommt dann bis oben hin Laub aus dem Garten. Mit einigen Zweigen und ein paar Steinen „verschließe“ ich das Ganze, damit die Blätter nicht herausgeweht werden.

Fertiger Winterschutz für die Gunnera

Diese Recycling-Verpackung ist kostengünstig und schnell zu errichten, bei größeren Pflanzen könnte sie sich allerdings als schwierig erweisen. Konstruktionen aus Holz, Abdecken mit Reisig und Tannengrün und einer zusätzlichen Plane oder auch Drahtgehege sind denkbar und bei einer liebgewonnenen, mehrjährigen Pflanze sicher auch angebracht.

Im Netz findest Du diverse Bilder ausgewachsener Mammutblätter, auf denen die beeindruckende Größe dieser Pflanze gut zu erkennen ist. Meist findet man sie am Rand von Gewässern, da sie Feuchtigkeit mag und braucht, ihre riesigen Blätter verdunsten eine Menge Wasser. Staunässe und hohe Feuchtigkeit im Winter werden eher nicht so gut vertragen. Im Frühjahr werde ich über das Ergebnis der Einpack-Aktion berichten und hoffentlich Fotos von einer gesunden, großen Pflanze zeigen können. Im Kübel kann man das Mammutblatt übrigens auch halten. Dieser muss im Winter allerdings sehr gut eingepackt und am besten frostfrei gestellt werden. Im Sommer muss durch die hohe Verdunstung sehr oft gegossen werden.

Hast Du auch eine Gunnera im Garten? Wie machst Du sie winterfest? Schreib mir doch Deine Methode in die Kommentare…

LG Andreas

Herbstlicher Garten

Für mich befinden wir uns immernoch mitten im Herbst. Der erste Advent steht direkt vor der Gartentür und weihnachtliche Stimmung will noch nicht so recht aufkommen. Deshalb habe ich mir heute Mittag meine Kamera geschnappt und bei strahlendem Sonnenschein ein paar Bilder im Garten geschossen…

Das Beet sieht für Ende November noch ziemlich grün und blühend aus, so langsam sollte ich wohl das Pampasgras zusammenbinden.

Roter Fächerahorn
Feldahorn

Ahorn hat es mir irgendwie angetan, die vielen verschiedenen Blattformen und die tolle Färbung sowohl im Herbst als auch beim Austrieb faszinieren das ganze Jahr über. Während die asiatischen Sorten eher langsam wachsen ist der normale heimische Ahorn bei mir im Garten in wenigen Jahren vom dünnen Trieb zu einem ansehnlichen Baum geworden.

Die Herbstblüher zeigen auch noch, was sie können. Eine gelbe Aster und die drei neuen Rudbeckia, für ich neulich das Beet erweitert habe, blühen noch munter vor sich hin.

Aster
Hortensie

Die sonst so üppigen Stauden wie z.B. meine Favoritin Helenium „Moerheim Beauty“ haben sich auf jeden Fall schon der Jahreszeit angepasst…

Helenium ‚Moerheim Beauty‘ im Herbst
Rudbeckia

Auf der Terrasse stehen außer der Passionsblume noch alle Töpfe draußen. Olivenbaum, Phönixpalme und Oleander vertragen leichte Fröste und die Kiwi, für ich eine der Betonplatten der Terrasse entfernt habe, zeigt sich in wunderschönem Gelb…

Kiwi

Ein Garten bietet immer wieder tolle Fotomotive. Im Moment versuche ich mich ein bisschen vom Automatikmodus der Kamera zu verabschieden, mal sehen ob es für die Qualität der Bilder von Vorteil ist 😉

Hat Dir die kleine Fotosafari gefallen? Schreib mir doch einen kurzen Kommentar, über Feedback freue ich mich immer.

LG Andreas

( Beitragsbild: Euphorbia )

Rasen mähen im November

Wenn man das Gras wachsen hört, handelt es sich ja zumeist um kleine Veränderungen. Im Falle der herbstlichen Temperaturen scheint es gefühlt aber eine Größere zu sein. Der Rasen wächst tatsächlich noch recht munter vor sich hin, meine nicht winterharten Pflanzen stehen nach wie vor auf der Terrasse und letztes Jahr hat zu Weihnachten die Engelstrompete geblüht. Der Urlaub unter Palmen im eigenen Garten rückt dank Klimaveränderung in greifbare Nähe. Unschön ist dabei nur, dass sich mit der Temperatur nicht auch die Stunden mit Tageslicht erhöhen, sodass ich im Moment meist nur in der Mittagspause in den Garten komme 😉

Trotzdem musste die lange Hecke zum Nachbargrundstück endlich einen Rückschnitt bekommen. Die Spiere wurde recht ausladend und bei den stürmischen Wintern hier im Norden drohen Teile der Hecke umzuknicken, wenn man sie nicht in eine kompaktere Form bringt.

Die rund 20 Meter lange Hecke ist in gut einer Stunde in Form gebracht. Vor ein paar Jahren habe ich mir endlich eine gute Akku-Heckenschere von Makita gegönnt. Der Unterschied zu den Gurken , die ich vorher zum Schneiden, oder vielmehr Zerreißen der Hecken benutzt habe, ist doch recht gravierend. Ich empfehle hier unbedingt ein paar Euro mehr auszugeben, es lohnt sich wirklich. Die Heckenschere ist sehr leicht und der Akku liefert locker Energie für die ganze Länge der Hecke. Meine erste elektrische Heckenschere war Kabelgebunden und vom Discounter und eine absolute Qual in der Benutzung.

Ich versuche die Hecke nach oben hin immer etwas verjüngt zuzuschneiden, damit sie im Frühjahr auch von unten her wieder neu austreibt. Das nun folgende Aufräumen des Heckenmassakers musste auf die nächste Mittagspause verschoben werden. Bei Gelegenheit möchte ich die Zweige noch mit dem Häcksler zerkleinern und unter anderen Hecken verteilen.

Die große Eiche im hinteren Teil des Gartens hat sich mittlerweile komplett entblättert und das bunte Laub liegt zentimeterdick auf dem Rasen, von wo es möglichst entfernt werden sollte. Beim Zusammenharken fallen mir bereits einige Stellen auf, an denen das Gras bereits gelb geworden ist. Würde das Laub den ganzen Winter liegen bleiben, würde sich der Rasen darunter fast komplett verabschieden, ich spreche da aus Erfahrung. Einen Teil des Laubs schichte ich an der Efeuhecke am Rand des Grundstücks auf und belasse es auch dort, um Tieren einen gewissen Unterschlupf im Winter zu bieten. Einen Eimer mit Eichenlaub stelle ich zum Trocknen in den Keller, um es später nach und nach ins Aquarium zu geben. Die Fische und Garnelen freuen sich sehr über Humistoffe, welche gut für das Immunsystem sind. Außerdem dient das Laub als Versteck und Nahrungsquelle. Der Rest wandert nach und nach in die Biotonne.

Zum Schluß habe ich dann tatsächlich Mitte November noch den Rasen gemäht. Zum einen, weil er wie erwähnt noch gewachsen war und andererseits um restliches Laub aufzunehmen. Zu dieser Jahreszeit nehme ich nur den leichten Akku-Rasenmäher. Der Boden ist recht feucht und der schwere Benzinmäher würde mit seinen Rädern hier und da einfach Löcher in den Rasen reißen. Das Schnittgut wandert als Dünger und Mulchschicht unter diverse Büsche.

Von Laub befreit und frisch gemäht

Dass mein Rasen eigentlich mehr eine Moosfläche mit Grashalmen ist, stört mich nicht im Geringsten. Nach dem Mähen sieht die Fläche beinahe und für ganz kurze Zeit aus wie ein englischer Rasen… wenn man die Augen zusammenkneift 😉

Den Rasenmäher habe ich abschließend noch gereinigt, den Griff zusammengelegt und ihn in sein Winterquartier in der Gartenhütte gebracht. Für dieses Jahr ist Schluß mit mähen, höchstwahrscheinlich. Zu tun gibt es selbstverständlich noch genug… Terrasse aufräumen, Dachrinne säubern, Pampasgras zusammenbinden… ein Grund zum Draußensein findet sich mit einem Garten immer. In der heutigen Mittagspause haben diverse Ahorn- und Paulowniasamen ihren Platz in frischer Aussaaterde gefunden, Beute von einem Besuch im botanischen Garten in Kiel. Im Frühjahr gibt es ein Update…

Ist euer Garten schon fit für den Winter? Hat euch der Artikel gefallen? Schreibt es in die Kommentare 🙂

LG Andreas