Mein Gartenjahr: September

Langsam aber sicher geht der Sommer zu Ende und der Herbst hält Einzug. Während Deutschland im Zuge der Bundestagswahl in Aufruhr war, blühte der Garten im September völlig unpolitisch in sämtlichen Farben und die ersten Blätter bekamen ihre schöne Herbstfärbung… das Bild wandelt sich erneut. Der amerikanische Tulpenbaum z.B. verwandelt sich dieser Tage von grün zu einem leuchtenden gelb, der japanische Ahorn hingegen zu einem intensiven rot.

Japanischer Ahorn ‚Acer palmatum‘
Dahlie ‚Arabian Nights‘

Im Juli hatte ich Stecklinge von Salbei und Lavendel geschnitten, welche mittlerweile fast ausnahmslos angewachsen und in kleine Anzuchttöpfe gewandert sind. Überwintern werde ich sie vorerst noch im Schuppen, da ich befürchte, dass die jungen Pflanzen sonst einfach erfrieren. Künftig kann ich also immer öfter auf den Kauf neuer Pflanzen verzichten, da die Vermehrung wirklich einfach möglich ist. Sehr gut für Stecklinge eignen sich auch die meisten Heuchera-Arten… einfach einen Trieb abknipsen und wieder in die Erde stecken, der Erfolg ist bei ein bisschen Bewässerung garantiert.

Stecklinge von Salbei und Lavendel

Zum Ende des Monats hin lockten diverse Discounter und Baumärkte wie jedes Jahr wieder mit unzähligen Blumenzwiebeln für Frühblüher wie Tulpen, Krokusse oder Lilien. Selbstverständlich kann man als Hobbygärtner und Pflanzensüchtiger nur schwerlich an diesen Angeboten vorbeigehen… infolgedessen fanden rund 140 neue Blumenzwiebeln ihren Platz in den Beeten. Auf die Blüte im Frühling bin ich schon sehr gespannt und hoffe mal, dass die Wühlmäuse fern bleiben oder Zwiebeln vom Nachbarn futtern 😉

Ganz ohne neue Pflanzen ist der September natürlich auch nicht vorüber gegangen. So habe ich ein paar Herbstanemonen der Sorte „Prinz Heinrich“ in das Beet an der Terrasse im Halbschatten gepflanzt, welche auch nach kurzer Zeit bereits schön geblüht haben. Eine tolle rote Chrysantheme ist ebenfalls dazu gekommen, nachdem ein fieser Hase allerdings die Hälfte der Blüten abgefressen hatte steht sie jetzt im Topf auf dem Terrassentisch. Selbiger Hase, so vermute ich, hat auch noch ein Ziergras um die Hälfte dezimiert… na Hauptsache es schmeckt.

Anemone ‚Prinz Heinrich‘
Chrysantheme

Neben den üblichen Gartenarbeiten wie Rasen mähen und Unkraut zupfen kommt jetzt auch immer mehr Laub harken hinzu. Während es auf den Beeten gerne liegen bleiben darf, versuche ich den Rasen möglichst frei zu halten, weil es sonst schnell mal kahle Stellen gibt, insbesondere unter der großen Eiche. Wenn es länger trocken bleibt, möchte ich den Rasen auf jeden Fall Ende Oktober nochmal mähen, je nach Wachstum auch noch im November.

So langsam wird es ruhiger im Garten. Abends wird es mittlerweile sehr früh dunkel, so dass nach der Arbeit kaum noch Zeit bleibt, um sich draußen aufzuhalten und zu gärtnern. Demnächst möchte ich noch einige Hecken stutzen und etwas frischen Rindenmulch verteilen und das Umtopfen einiger Zimmerpflanzen steht auch noch auf der To-Do-Liste. Aber dafür ist im Oktober ja auch noch Zeit 😉

LG Andreas

#herbstzeit #garten #dahlien #staudengarten

Besuch im alten botanischen Garten in Kiel

Bereits seit 1884 gibt es den alten botanischen Garten in Kiel in der Nähe der Kunsthalle. Das Areal umfasst ca. 2,5 ha und bietet allerlei exotische Gewächse. Nebenbei ist der Besuch kostenlos und draußen und damit auch in Pandemie-Zeiten möglich und vor allem eine willkommene Abwechslung. Die Natur beginnt sich zu dieser Jahreszeit gerade richtig zu entfalten und etliche Sträucher sind bereits in voller Blüte (z.B. japanische Zierquitte, Felsenbirne und Sternmagnolie). Die japanischen Ahorne entrollen ihre zarten Blätter und die beeindruckend gewachsenen Rhododendren sind kurz davor die Blütenknospen zu öffnen.

Ich hatte gehofft, schon einen ersten Blick auf die riesige Gunnera manicata, das brasilianische Mammutblatt, werfen zu können; sie verbarg sich jedoch noch unter einem sehr aufwändigen, zeltartigem Winterschutz. Den Schutz an meiner Pflanze hatte ich ungeduldigerweise bereits vor 3 Wochen entfernt. Das Gelände des botanischen Gartens ist recht hügelig und Wege führen hinauf zum höchsten Punkt, wo 1891 ein sehr schöner Aussichtspavillon erbaut wurde, von dem aus man einen fantastischen Blick über den Garten und die Kieler Förde hat. Gleich daneben befindet sich das ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert stammende Topfhaus, welches seit einiger Zeit durch eine Stiftung restauriert wird und u.a. der Zucht exotischer Pflanzen diente. Erwähnenswert sind natürlich auch die riesigen alten Mammutbäume, Zypressen, Schwarzkiefern und Zedern und die gigantische Blutbuche.

Dieser eher kleine botanische Garten hat eine ganz besondere Ausstrahlung und ist immer einen Besuch wert. Viele weitere Infos, Geschichtliches und Bilder gibt es auf der offiziellen Homepage:

http://www.alter-botanischer-Garten-Kiel.de

Hier noch einige Eindrücke…

LG Andreas