Mein Gartenjahr: Juli

Der Siebenschläfer muss defekt sein… Am 27. Juni war schönstes Strandwetter. Wolkenloser Himmel und angenehme Wärme sollten gemäß des alten Sprichwortes sieben Wochen lang anhalten, doch schon in den darauf folgenden Tagen wurde es durchwachsen und etwas regnerisch. Für die Pflanzen im Garten waren es natürlich ideale Bedingungen und im Laufe des Monats gab es noch etliche schöne Sommertage.

Im Juli habe ich keine größeren Projekte gestartet und einfach nur die üppig blühenden Stauden auf der neuen Gartenbank genossen – also ich auf der Gartenbank und die Stauden im Beet 😉 Ok, vor dem Genießen kam noch ein bisschen Unkraut zupfen, Hecken stutzen und natürlich Rasen mähen, wobei der Rasen ab Mitte des Monats wegen der Trockenheit kaum gewachsen ist. Trotzdem sieht der ganze Garten immerhin für ein paar Tage irgendwie sehr schön aufgeräumt aus, wenn der Mäher Blätter und kleine Äste aufsammelt. Ich habe schon seit Jahren einen Akkumäher von Gardena, der gerade bei kurzem Rasen verlässlich seinen Dienst verrichtet. Zudem ist er sehr leicht und wesentlich wendiger als mein Benzinmäher. Der Benziner kommt mittlerweile nur noch beim ersten Mähen im Frühjahr zum Einsatz, oder wenn ich faul war und das Gras sehr hoch steht.

Als relativ pflegeintensiv hat sich inzwischen die Gunnera, das brasilianische Mammutblatt, erwiesen. Pflege ist in diesem Fall eigentlich zu viel gesagt, die Pflanze ist einfach nur durstig – sehr durstig sogar. Bei anhaltend schönem und trockenen Wetter gieße ich mittlerweile täglich mindestens eine 10 Liter Kanne, weil die Madame sonst bereits am zweiten Tag komplett flach auf dem Boden liegt und ein recht erbärmliches Bild abgibt. Beim Schreiben dieser Zeilen regnet es gerade seit zwei Wochen das erste Mal wieder richtig und ich meine die eine oder andere Pflanze schlürfen zu hören.

Die kleine Wildblumenwiese, die ich letzten Monat ausgesäht habe, blüht mittlerweile. So richtig üppig sieht sie aber leider wegen der langen Trockenheit nicht aus. Zwar habe ich immer mal wieder gewässert, ein paar vernünftige Regentage kann das aber nicht ersetzen. Die Insekten erfreuen sich aber an den vorhandenen Blüten 🙂

Die Hortensien, die ich letztes Jahr mit Stecklingen vermehrt habe, blühen inzwischen alle. Ein paar von ihnen haben einen Platz im Beet gefunden und ich hoffe, dass sie den nächsten Winter überleben werden. Zur Sicherheit behalte ich noch zwei Exemplare in Töpfen, die in der kalten Jahreszeit im Schuppen untergebracht werden. Den Artikel, wie Du Hortensien mit Stecklingen vermehrst, findest Du HIER. Da die Geschichte mit den Stecklingen so wunderbar funktioniert hat, habe ich selbige im Juli auch von Salbei und Lavendel geschnitten. Bisher sehen alle Schützlinge noch sehr gut aus und der Lavendel beginnt bereits zu wachsen. Wenn man erstmal eine gewisse Menge Pflanzen im Garten hat, wird es immer leichter, auch den Rest des Grundstücks komplett mit Ablegern vollzustopfen. Zu verschönern wollte ich sagen. Einer meiner Favoriten unter den Bodendeckern ist der Schneckenknöterich ‚Dimiti‘, welcher sich ganz einfach mit dem Spaten abstechen und vermehren lässt. Dabei ist es Dimiti völlig egal, ob an den Ablegern Wurzeln sind oder nicht. Einmal im Boden wurzelt fast jedes Teil zuverlässig an.

Stecklinge von Hortensien

Am Ende des Beitrags findest Du noch einige Bilder aus dem Garten. Eigentlich können wir ja recht froh sein, das der Eingangs erwähnte Siebenschläfer dann doch nicht so ganz zuverlässig funktioniert, sonst könnten wir die Blütenpracht nicht in dieser Form geniessen – oder hätten eine astronomische Wasserrechnung 😉

LG Andreas

Ein Rosenbogen für Ghislaine

Ghislaine de Féligonde, so lautet der illustre Name der Rose, die ich vor kurzem geschenkt bekommen habe. Bei Madame Féligonde handelt es sich um eine Ramblerrose und eine Ramblerrose möchte – natürlich – ramblen was das Zeug hält. Direkt übersetzt heißt ‚to ramble‘ wandern, Rosen dieser Art klettern jedoch eher und werden wegen ihres schnellen Wachstums gern an alte Gehölze gesetzt, um diesen mit ihrem Grün und der prächtigen Blüte neues Leben einzuhauchen. Davon ist mein Exemplar im Moment noch weit entfernt, für die artgerechte Haltung sollte aber ein Rosenbogen im Garten entstehen. Bei der Suche nach einem geeigneten Bogen stellte sich schnell heraus, dass die meisten viel zu klein waren. Einige wenige hatten die nötige Spannweite von über 2 Metern, waren dann aber unschön oder unschön teuer. Da mir ein Bogen aus Holz im klassischen Pergola-Stil vorschwebte, war der Entschluss, den Bogen selbst zu bauen, schnell gefasst und mit einer kleinen Zeichnung schwarz auf weiß festgehalten.

Ramblerrose ‚Ghislaine de Féligonde‘

Material für den Rosenbogen, Außenmaße ca. 220 cm Höhe und 300 cm Gesamtbreite:

  • 4 Balken 7 x 7 cm, 240 cm für die senkrechten Träger
  • 2 Balken 4 x 8 cm, 300 cm für die Querträger
  • 1 Balken 7 x 7 cm, 210 cm für die diagonalen Stützen
  • 1 Balken 6 x 6 cm, 300 cm für die Querstützen an den Rankgittern (geteilt in 4 Stücke à 70 cm)
  • 5 Terrassendielen ca. 2 x 8 cm für insgesamt 10 Reiter à 120 cm
  • 4 Bodeneinschlaghülsen 7 x 7 cm
  • 2 Rankgitter 60 x 180 cm
  • diverse Schrauben
  • Holzschutzlasur

Beim Holz habe ich komplett auf druckimprägniertes Holz gesetzt und dieses zusätzlich mit einer Holzschutzlasur bearbeitet. Normalerweise sollte man einige Zeit mit der Lasur warten, bis das Holz etwas angegraut ist und das Grün der Imprägnierung nicht mehr so durchkommt. Mit der Geduld des Gärtners war es in diesem Moment allerdings nicht so weit her…

Baumaterial, noch unlasiert

Zunächst habe ich mit der Stichsäge die Enden der senkrechten Balken so bearbeitet, dass eine Auflage für die späteren Querbalken entsteht und die langen Querbalken der Optik wegen an den Enden im 45 Grad Winkel abgesägt. Jeweils zwei 7 x 7 Pfosten, ein Rankgitter und zwei Streben 6 x 6 cm habe ich mit langen Schrauben zu den Seitenteilen des Rosenbogens zusammengefügt und dabei auf die Ausrichtung der vorher gesägten Aussparungen an den Kopfenden geachtet. Die Löcher für die Schrauben habe ich bei allen Arbeitsschritten vorgebohrt, um ein Spalten des Holzes zu verhindern. Insbesondere bei den dünnen Hölzern der Rankgitter und bei den Reitern war dies unbedingt nötig.

Aufnahmen für die Querträger
Fertig zusammengeschraubte Seitenteile

Im nächsten Schritt habe ich dann eines der Seitenteile dort auf den Rasen gelegt, wo später der Rosenbogen stehen sollte. Die Form der Beete musste ich noch leicht anpassen, freute mich aber über die gewählte Spannweite von ca. 250 cm. Jeweils an den Enden des liegenden Seitenteils habe ich dann mit dem Hammer die Einschlaghülsen in den Boden getrieben. Durch die Vorgabe des fertigen Elements konnte ich die genaue Breite und auch den Abstand der Hülsen ermitteln. Bei Einschlaghülsen ist darauf zu achten, nie direkt mit dem Hammer auf die Metallkanten zu schlagen, weil sie sofort verbiegen würden. Ein ausgedientes Stück Kantholz in die Hülse gesteckt leistet hier gute Dienste. Anschliessend habe ich mit den 300 cm Balken und einer Wasserwaage noch die Höhenunterschiede der gegenüberliegenden Pfostenträger ermittelt und die Balken entsprechend am unteren Ende abgesägt. Dem ersten Aufstellen stand nun nichts mehr im Weg. Die Einschlaghülsen genau gerade in den Boden zu bekommen finde ich äußerst schwierig, weshalb sie mit leichter Gewalt und einiger Flüche zur Aufnahme der Balken überredet werden mussten.

In diesem Stadium war der Rosenbogen schon ziemlich stabil, es sollten jedoch noch diagonale Streben eingefügt werden; zum Einen der Festigkeit und zum Anderen der Optik wegen. Selbige hatte ich vorher mit der Kappsäge an den Enden auf 45 Grad geschnitten und jetzt einfach mit langen Schrauben am Bogen befestigt.

Zum Schluß habe ich noch aus den 240 cm langen Terrassendielen 10 Reiter gesägt, ebenfalls mit abgeschrägten Enden. Ursprünglich sollten die Reiter etwas dickeres Holz sein, die Dielen waren im Baumarkt allerdings gerade im Angebot und im Endergebnis sehen sie wirklich gut aus.

Der fertige Rosenbogen

Insgesamt hat das Material im Baumarkt ca. 160,- € gekostet. Holzschutzlasur hatte ich noch vorrätig und der Bau hat mal wieder sehr viel Spaß gemacht (abgesehen vom Lasieren der Rankgitter 😉 ). Vom fertigen Rosenbogen, oder vielmehr der fertigen Pergola oder Rankhilfe, bin ich ganz begeistert und hoffe, dass meine Ghislaine de Féligonde sie ebenfalls zu schätzen weiß und es mit außerordentlichem Wachstum und reicher Blüte dankt. Von der anderen Seite des Bogens her soll die Clematis ‚Princess Diana‘ das Rankgitter verschönern… ich bin schon sehr gespannt.

Ich hoffe die Beschreibung hat Dir gefallen und vielleicht die eine oder andere Idee für Dein eigenes Projekt geliefert.

LG Andreas

#rosenbogen #gartentips #bauanleitung #ghislainedefeligonde

Mein Gartenjahr: April und Mai

Kalt war es, kalt und ungemütlich. Der April und insbesondere der Mai zeigten sich hier im Norden von ihrer schlechteren Seite. Die schönen Tage ließen sich an wenigen Fingern abzählen und die Natur ist entsprechend noch weit zurück. Selbst die große Eiche im Garten hatte sich dazu entschlossen, ihre Blätter erst Ende Mai auszubreiten. Während in diversen Ratgebern empfohlen wird eben zu dieser Zeit bei Stauden den sogenannten Chelsea Chop (starkes Zurückschneiden um kompaktes Wachstum anzuregen) durchzuführen, freute ich mich dieses Jahr über gerade mal handbreit hoch gewachsene Pflanzen. Jetzt, Mitte Juni sieht die Sache natürlich schon ganz anders aus; das feuchte Wetter und die dann einsetzende Wärme haben die Beete (und die Unkräuter) quasi explodieren lassen.

Tiarella ‚Sugar and Spice‘

Dem Wetter entsprechend habe ich im April und im Mai keine größeren Projekte im Garten gestartet. Das herausragendste Ereignis war wohl das Kappen großer Teile der Eberesche (Sorbus aucuparia), die neben dem Haus wächst. Bereits letztes Jahr bildeten sich lange Risse in der Rinde und hier und da fing sie an, sich einfach abzuschälen. Ich vermute, dass der Baum durch die lange Trockenheit letztes Jahr anfällig für eine Pilzerkrankung geworden ist. Zwei der vier Stämme habe ich mit tatkräftiger Unterstützung herausgeschnitten und sie entpuppten sich als komplett leblos und äußerst spröde. Der dritte Stamm hat noch Blätter bekommen, zeigt aber auch bereits die gleichen Symptome und auf Strecke wird vermutlich der ganze Baum absterben, was sehr schade ist. Die Eberesche ist mit ihren fiederartigen Blättern und den roten Beeren sehr dekorativ.

Erkrankung an der Eberesche
Apfelblüte
Moossteinbrech

In meinem Garten wachsen einige Kirschlorbeer-Büsche (oder Lorbeerkirsche) und ich möchte sie nach und nach gegen sinnvollere Gewächse austauschen. Zwar sind die weit verbreiteten Heckenpflanzen immergrün und mit den dunklen Blättern und weißen Blüten nicht hässlich, ihr Nutzen für die heimische Tierwelt ist jedoch äußerst gering und sie verbreitet sich über Aussaat recht nervig. Einzig an der Grundstücksgrenze darf sie sich zwecks Sichtschutz gern austoben. Unter dem Apfelbaum ist im Mai ein relativ großer Kirschlorbeer einem Beet gewichen, wo bisher Funkien und Storchschnabel wachsen. Gerade die Blüten des Storchschnabels sind ständig von einer ganzen Schar Hummeln und Bienen umschwärmt. Im Laufe des Jahres wird sicher noch einiges an Pflanzen dazu kommen.

Im gleichen Atemzug habe ich die Beetumrandung aus Holz endlich vervollständigt (zumindest an diesem Beet). Dafür nehme ich einfach 7cm starke, druckimprägnierte Rundpfähle und schneide sie, der Beetform entsprechend, mit leichter Gehrung in kurze Stücke. Anschließend werden die Enden einfach durch eine lange, diagonale Schraube verbunden. Dieses System hält zwar nicht ewig, geht aber schnell und ist relativ kostengünstig. Die Optik dieser Begrenzung gefällt mir außerdem sehr gut, ich bin kein großer Fan von Umrandungen aus Metall…

Zwischendurch gab es natürlich immer Kleinigkeiten zu erledigen… Pflanzen neu eintopfen, das unsägliche Unkrautzupfen, Rasen mähen und die Baumärkte nach Pflanzen durchstöbern 😉 Im Moment plane ich noch den Bau eines großen Rosenbogens, an dem meine neue Ramblerrose ‚Ghislaine de Féligonde‘ nach Herzenlust rambeln darf. Aber davon berichte ich dann beim nächsten Mal 🙂

LG Andreas

Christrosen

Im Winter blüht im Garten ja für gewöhnlich nicht sehr viel. Eine Ausnahme bildet die Christrose (Helleborus niger), die völlig entgegen dem Rest des Staudenbeets ab November bis März ihre Blüten zeigt. Die niedrig wachsende Staude breitet sich im Laufe der Zeit horstig über ihre Wurzeln aus und zeigt umso mehr ihrer leichten und sehr hübschen Blüten. Dass sie winterhart ist versteht sich von selbst. Am besten gedeiht die Christrose in halbschattigen bis schattigen Lagen ohne Staunässe und eignet sich als Unterpflanzung unter laubabwerfenden Gehölzen. Alle Teile der Pflanze sind giftig.

In meinem Garten habe ich bereits Christrosen, allerdings an einem eher ungünstigen Platz. Den Kauf eines weiteren Exemplars habe ich gleich zum Anlass genommen, alle Pflanzen zusammen unter eine Säulenbuche zu pflanzen. Bei Temperaturen um 6 Grad und nur leichter Bewölkung hat das Wühlen in der Erde mal wieder richtig Spaß gemacht. Nebenbei bin ich gleich noch dem Apfelbaum etwas zu Leibe gerückt.

Ich hoffe der Christrose gefällt ihr Standort und dass sie sich ordentlich ausbreitet. So kann man sich doch schon fast auf den nächsten Winter freuen 😉

LG Andreas

Das Mammut (-blatt) geht in Winterschlaf

Bei der Gunnera manicata handelt es sich um eine, man mag es kaum glauben, Staude aus Südamerika. Damit es ihr hier in Deutschland nicht ähnlich ergeht, wie ihren felltragenden Namensvettern in der Eiszeit, muss sie im Winter vor allzu strengem Frost geschützt werden.

Mammutblatt ‚Gunnera manicata‘

Mein Exemplar ist noch nicht viel größer als gewöhnlicher Rhabarber, dem sie sehr ähnlich sieht aber nicht verwandt oder verschwägert ist. Das Mammutblatt hat seinen Namen zu Recht, die ausgewachsene Pflanze wird über 2 Meter hoch und ein einzelnes Blatt kann gut 2 Meter Durchmesser haben, während die mit weichen Stacheln bewehrten Stiele 10cm Durchmesser erreichen können. Dazu braucht die Gunnera einen feuchten, sauren Boden, viel Platz und Nährstoffe, möglichst im Halbschatten. Im späten Herbst sterben alle Blätter ab und die Pflanze zieht sich in den Boden zurück, um die unglaubliche Pracht im kommenden Jahr komplett von Neuem zu entwickeln. Die kolbenartigen Blütenstände haben mit einem guten Meter Höhe ebenfalls eine recht beeindruckende Größe. Ob die Bedingungen hier in Norddeutschland und speziell in meinem Garten einen solchen Wuchs zulassen, muss sich erst noch zeigen…

Weiche Dornen am Stiel der Gunnera

Um diesen Giganten also fit für den Winter zu machen, muss der Wurzelballen gut eingepackt werden. Dazu schneide ich die Blätter nah am Zentrum der Pflanze ab und lege sie umgedreht, wie ein Dach, auf die Staude. Dadurch wird Regenwasser abgeleitet und unter dem Blätterdach entsteht ein gewisser Hohlraum für Luftzirkulation. Im Abstand von ca. 40 x 60cm stecke ich nun Rundhölzer in die Erde, bzw. hämmere sie mit der 3kg Spaltaxt in den Boden, wobei natürlich auch gleich eines der Hölzer abgebrochen ist – wo rohe Kräfte sinnlos walten… Ursprünglich hatte ich vor, eine Art Käfig aus Kaninchendraht zu bauen. Die Preise für dieses schnöde Geflecht lagen im Baumarkt allerdings in Bereichen, die mich meine Pläne nochmal überdenken liessen. Ich mag Madame Gunnera, übertreiben muss man es aber nicht 😉

Bei grösseren Pflanzen entsteht fast ein Dach aus alten Blättern

Eine andere Lösung musste her und war auch schnell gefunden. Die Haselnuss bildet beim Neuaustrieb immer lange, antennenartige Äste aus, mit denen sich ein wunderbarer „Käfig“ für das Mammutblatt flechten lässt. Zum Glück hatte ich die Zweige noch nicht mit dem Häcksler bearbeitet.

Haselnusszweige

Zum Schluss fülle ich das Gehege noch mit einer Schicht Kiefernnadeln, die durch ihre Struktur Luft an die Pflanze lassen und hoffentlich Schimmelbildung entgegenwirken. Darüber kommt dann bis oben hin Laub aus dem Garten. Mit einigen Zweigen und ein paar Steinen „verschließe“ ich das Ganze, damit die Blätter nicht herausgeweht werden.

Fertiger Winterschutz für die Gunnera

Diese Recycling-Verpackung ist kostengünstig und schnell zu errichten, bei größeren Pflanzen könnte sie sich allerdings als schwierig erweisen. Konstruktionen aus Holz, Abdecken mit Reisig und Tannengrün und einer zusätzlichen Plane oder auch Drahtgehege sind denkbar und bei einer liebgewonnenen, mehrjährigen Pflanze sicher auch angebracht.

Im Netz findest Du diverse Bilder ausgewachsener Mammutblätter, auf denen die beeindruckende Größe dieser Pflanze gut zu erkennen ist. Meist findet man sie am Rand von Gewässern, da sie Feuchtigkeit mag und braucht, ihre riesigen Blätter verdunsten eine Menge Wasser. Staunässe und hohe Feuchtigkeit im Winter werden eher nicht so gut vertragen. Im Frühjahr werde ich über das Ergebnis der Einpack-Aktion berichten und hoffentlich Fotos von einer gesunden, großen Pflanze zeigen können. Im Kübel kann man das Mammutblatt übrigens auch halten. Dieser muss im Winter allerdings sehr gut eingepackt und am besten frostfrei gestellt werden. Im Sommer muss durch die hohe Verdunstung sehr oft gegossen werden.

Hast Du auch eine Gunnera im Garten? Wie machst Du sie winterfest? Schreib mir doch Deine Methode in die Kommentare…

LG Andreas

Neue Pflanzen… mal wieder

Die Frage danach, ob nun das Ei oder doch das Huhn zuerst da war, beschäftigt die Menschen schon etwas länger. Ähnlich verhält es sich mit Staude und Beet: brauche ich ein größeres Beet, weil die Anzahl der Pflanzen es verlangt oder muss ich mehr Stauden kaufen, weil noch so viel Platz im Beet ist. Beide Fälle sind mir dieses Jahr im Garten begegnet, und die aktuelle Beeterweiterung ist ein bisschen von beidem.

Kennst Du das? Nur mal eben in den Baumarkt oder das Gartencenter fahren und gucken, was es noch so gibt. Dass es nicht beim Gucken bleibt, sondern regelmäßig in einem wahren Pflanzen-Kaufrausch endet, muss hier nicht weiter erwähnt werden…

So auch dieses Mal; in der Pflanzenabteilung des Baumarktes gibt es derzeit viele Pflanzen zum halben Preis, um das Lager für den Winter zu räumen. So sind Rhododendren, Gräser, restliche Stauden und Rosen äußerst erschwinglich.

Rhododendron
Traubenheide „Leucothoe keiskei ‚Burning Love‚ „
Purpurglöckchen „Heuchera

Der Rhododendron wird seinen Platz im Schatten der großen Eiche finden, wo sich bereits einige seiner Verwandten tummeln, zusammen mit Dickmännchen und mehreren japanischen Ahornen.

Die neue Beetfläche soll möglichst lange blühen und nicht so viel Unkraut durchlassen. Mulchen und Bodendecker sind eine ganz wunderbare Kombination, um selbiges zu erreichen. Der Storchschnabel „Ann Folkard“ blüht sehr üppig und lange und wird sich hoffentlich durch Selbstaussaat noch etwas vermehren. In diesem Fall habe ich günstige wurzelnackte Knollenware gekauft. Die zweite reich blühende Staude ist die Kaschmirminze „Pink Cat“. Sie kann das ganze Jahr gepflanzt werden und blüht ein zweites Mal, wenn die erste Blüte im Sommer zurückgeschnitten wird. Beide Stauden sind winterhart und wunderbare Bienenweiden.

Storchschnabel „Geranium procurrens ‚Ann Folkard‚ „
Kaschmirminze „Nepeta nervosa ‚Pink Cat‚ „

Beide Stauden sehen im kommenden Sommer hoffentlich etwas üppiger aus als auf den beiden Fotos 😉

In einer tollen Baumschule in Gettorf, zwischen Kiel und Eckernförde, habe ich dann noch einen gelben Perrückenstrauch entdeckt, der umgehend adoptiert wurde. Die Herbstfärbung ist wunderschön und mein roter Perrückenstrauch braucht eh etwas Gesellschaft.

Perrückenstrauch „Cotinus coggygria ‚Golden Spirit‚“

Der Platz für dieses hübsche Exemplar muss allerdings erst noch gefunden werden, was uns wieder zu der anfänglichen Frage zurückführt, was denn nun zuerst da war.

Wenn am Ende ein schöner Garten entsteht, der Herz, Auge und Bienen gleichermaßen erfreut, kommt es auf die Antwort wahrscheinlich nicht mehr ganz so sehr an 🙂

LG Andreas

So vermehrst Du Hortensien mit Stecklingen…

In diesem Beitrag möchte ich Dir zeigen, wie Du ganz einfach Deine Lieblings-Bauernhortensie durch Stecklinge vermehren kannst. Mit Rispen- und Tellerhortensien habe ich diese Methode noch nicht ausprobiert, könnte mir aber vorstellen, daß sie genau so gut mit anderen Sorten funktioniert.

In meinem Beispiel nehme ich Stecklinge von einer wunderschön und üppig blühenden dreifarbigen Hortensie aus meinem Garten.

Die beste Zeit um Stecklinge zu schneiden ist im Juli und August. Dazu schneidest Du mit einer scharfen Gartenschere einfach frische Triebe, auch ruhig mit Blüte, ab. Ältere verholzte Triebe funktionieren nicht. Die Stecklinge sollten zwei bis drei Blattpaare haben, Du kannst auch längere Triebe nehmen und daraus gleich 2 Stecklinge machen.

Frisch geschnittene Hortensienstiele

Das untere Blattpaar wird entfernt, ebenso werden die Blüten abgeschnitten; sie können wunderbar zum Dekorieren verwendet werden. Danach werden die verbleibenden Blätter um die Hälfte eingekürzt, um eine zu hohe Verdunstung zu vermeiden… die reinste Verstümmelung.

Den fertigen Stecklingen gönnen wir eine kurze Pause, am besten in Wasser gestellt. Nun wird es Zeit, das „Gewächshaus“ vorzubereiten. Ich habe dafür eine „Samla“ Box mit Deckel von Ikea verwendet, meist gibt es in jedem Baumarkt ähnliche günstige Kisten. Transparent sollte sie aus gegebenem Anlass allerdings sein. Du kannst natürlich auch ein kleines Anzucht-Gewächshaus nehmen. In den Boden der Kunststoffbox bohrst Du ein paar große Löcher, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Mach dabei am besten nicht den gleichen Fehler wie ich, indem Du die Löcher einfach so in die umgedrehte Kiste bohrst. Mir ist dabei das spröde Material sofort gebrochen. Mit einem Stück Holz als Bohrunterlage sollte es gut funktionieren. Anschließend füllst Du 10-15cm hoch Aussaaterde ein. Diese spezielle Erde ist nicht aufgedüngt und besonders locker und durchlässig, was Staunässe und Schimmelbildung vorbeugt.

Die Stecklinge haben sich mittlerweile hoffentlich ein bisschen von den Strapazen erholt und werden nun in Bewurzelungspulver gesteckt, so daß das untere Ende gut mit Pulver bedeckt ist. Ich habe hier den Wurzelaktivator von Neudorff verwendet. Jetzt sind unsere kleinen Zöglinge auch schon fertig vorbereitet und Du steckst sie tief in die Aussaaterde, ein Drittel des Stecklings darf unter der Erde verschwinden.

Mach ruhig mehr Stecklinge als ich in diesem Beispiel, das erhöht die Erfolgschancen.

Abschliessend wird die Erde ein bisschen gewässert, so dass sie gut durchfeuchtet ist. Am transparenten Kunststoff der Kiste kann man recht gut sehen, wie weit die Feuchtigkeit nach unten gezogen ist. Setze den Deckel drauf und suche einen geeigneten Standort für unser kleines Gewächshaus. Dieser sollte im Halbschatten sein und nur früh morgens und am Abend Sonne abbekommen. Gießen musst Du nicht sehr oft, durch den Deckel geht nicht so viel Feuchtigkeit durch Verdunstung verloren; austrocknen sollte die Erde allerdings nicht.

Das fertige „Gewächshaus“

Bei meinen Stecklingen hat es ca. 4-6 Wochen gedauert, bis sich Wurzeln gebildet hatten. Nach ungefähr 2 Monaten habe ich die kleinen Pflänzchen vorsichtig aus der Box genommen und war über den doch ansehnlichen Wurzelballen erstaunt. Alle Stecklinge sind angewachsen und hatten bereits neue Seitentriebe entwickelt.

In einzelne Töpfe gepflanzt werden die frischen Stecklinge jetzt im Gartenhaus oder im kalten Keller überwintern, bzw. dann wenn es draußen frostig wird, damit die frischen Triebe nicht abfrieren. Ich habe zum testen auch einen Steckling ins Beet gesetzt, mal sehen wie ihm der Winter bekommt. Das Bewurzeln war ein voller Erfolg, bleibt nur zu hoffen, dass die neuen Pflanzen die gleiche tolle Blütenpracht entwickeln, wie die Mutterpflanze…

Mein erster Versuch, die gleiche Hortensie zu vermehren, schlug übrigens gründlich fehl. Der Versuch bestand darin, abgeschnittene Triebe einfach in Pflanzerde zu stecken. Nach kurzer Zeit hatten alle Stecklinge die Blätter verloren und wurden braun.

Hast Du auch schon Hortensien vermehrt? Planst Du es für das kommende Jahr? Erzähl mir von Deinen Erfolgen und Misserfolgen in den Kommentaren 🙂

LG Andreas