Mein Gartenjahr: Januar

So richtig hören mag man es nicht mehr… der zweite Corona-Lockdown hält an und sorgt zum Einen für viel Frust und zum Anderen auch hier und da für mehr Freizeit. Dass es den meisten lieber wäre, der üblichen geregelten Tätigkeit nachzugehen und für den Lebensunterhalt zu sorgen ist wohl unbestritten. Bei mir kommt ein Teil der gewonnenen Zeit dem Garten zu Gute. Normalerweise ist es im Januar nach der Arbeit bereits dunkel, sodaß ich in der Woche draußen nicht mehr viel schaffen kann. Im Moment kann ich jedoch ganz ungeniert, und solange die kalten Finger es zulassen, im Garten arbeiten.

Los ging es mit dem Schneiden des Flieders an der Terrasse. Der letzte Schnitt war mindestens 5 Jahre her und das Gewächs wurde etwas ausladend und nahm der Fläche dahinter zu viel Licht und Wasser weg. Das Schnittgut wanderte direkt in den Häcksler und liegt nun als Mulchschicht auf diversen Beeten. Der Walzenhäcksler ist uralt, verrichtet aber unbeirrbar seinen Dienst und knabbert auch dickere Äste zuverlässig weg wie leckere Salzstangen. Bei der Gelegenheit habe ich auch gleich meine schöne Handsäge zerlegt, mit einem hörbaren „pinng“ ist die Klinge einfach glatt abgebrochen. Zum Glück gab der Schuppen noch eine ältere Ersatzsäge her.

An einem der wettertechnisch weniger erfreulichen Tage habe ich aus Holzresten im Keller ein nettes Vogelhaus zusammengezimmert. Der Boden besteht aus Nut- und Federbrettern, Resten vom Schuppenbau. Das Dach ist ein altes Regalbrett und ein paar Leisten und Dachpappe waren auch noch vorrätig. Der Pfahl, auf dem das ganze Konstrukt ruht, ist von einem selbstgebauten Wäschegestell übrig geblieben. Praktischerweise war die Einschlaghülse noch dran, und das natürlich in weiser Vorraussicht und nicht etwa, weil ich seinerzeit zu bequem gewesen wäre sie abzuschrauben. Leckeres Vogelfutter eingestreut und diverse Meisenknödel im Garten verteilt – fertig ist das Buffet…

Ebenfalls im Januar habe ich noch einige der Beete neu abgestochen und ein bisschen vergrößert. Die Rasenflächen führen jetzt teilweise wie Korridore zwischen den Beeten entlang, genau so wollte ich es haben und hoffe auf ein üppiges Wachstum der vielen Stauden. Ebenfalls fleißig ist mein neuer Mitbewohner, bei dem es sich entweder um eine Wühlmaus oder um einen Maulwurf handelt. Letzterer wäre mir natürlich lieber, eine Untersuchung der Hügel und Gänge wird seine Identität wohl verraten.

Dann sind da noch meine zwei Apfelbäume, die nach ihrem Schnitt jetzt ein bisschen aussehen wie Pinien in Italien. Ich habe alle Triebe, die steil nach oben wachsen entfernt… und es wuchsen fast alle Triebe steil nach oben. Ein bisschen auslichten kann ja nicht schaden. Alles, was über Kreuz wuchs oder Äste, die aneinander rieben, fielen ebenfalls der Säge zum Opfer. Hecken- und Baumschnitt ist für mich eine absolut meditative Beschäftigung. Die Konzentration liegt voll und ganz auf dem, was man gerade tut… sehr entspannend. Das anschließende Häckseln gehört auch dazu.

An der Terrasse haben einige Christrosen im Halbschatten einer Säulenhainbuche ihren neuen Platz gefunden. Auch hier soll nach und nach der völlig vermooste Rasen verschwinden und bodendeckenden Stauden weichen. Es wird ein Fest, wenn die Gartencenter endlich wieder öffnen – und wahrscheinlich auch das absolute Chaos.

Im Haus blühen jetzt wie verabredet fast alle Orchideen. Ein Exemplar hat eine neue Glasschale mit eher wenig Orchideensubstrat bekommen. Alle braunen und trockenen Wurzeln habe ich dabei großzügig entfernt. Die hübschen Pflanzen sind sehr viel robuster, als man annehmen mag. Am besten gedeihen sie bei mir an Plätzen ohne direkte Sonne und wenn man sie einfach in Ruhe lässt. Wenn es draußen wieder etwas wärmer ist, sollen noch ein paar andere Topfpflanzen neue Erde bekommen. Die uralte Strelizie müsste auch einen größeren Kübel haben, allerdings ist der jetzige schon kaum noch zu transportieren…

Das war im Groben mein Januar im Garten. Wie man sieht, gibt es fast immer etwas zu tun. Ein schönes Sprichwort von Rudyard Kipling lautet:

„Ein Garten entsteht nicht dadurch, dass man im Schatten sitzt.“ 🙂

LG Andreas

Rasen mähen im November

Wenn man das Gras wachsen hört, handelt es sich ja zumeist um kleine Veränderungen. Im Falle der herbstlichen Temperaturen scheint es gefühlt aber eine Größere zu sein. Der Rasen wächst tatsächlich noch recht munter vor sich hin, meine nicht winterharten Pflanzen stehen nach wie vor auf der Terrasse und letztes Jahr hat zu Weihnachten die Engelstrompete geblüht. Der Urlaub unter Palmen im eigenen Garten rückt dank Klimaveränderung in greifbare Nähe. Unschön ist dabei nur, dass sich mit der Temperatur nicht auch die Stunden mit Tageslicht erhöhen, sodass ich im Moment meist nur in der Mittagspause in den Garten komme 😉

Trotzdem musste die lange Hecke zum Nachbargrundstück endlich einen Rückschnitt bekommen. Die Spiere wurde recht ausladend und bei den stürmischen Wintern hier im Norden drohen Teile der Hecke umzuknicken, wenn man sie nicht in eine kompaktere Form bringt.

Die rund 20 Meter lange Hecke ist in gut einer Stunde in Form gebracht. Vor ein paar Jahren habe ich mir endlich eine gute Akku-Heckenschere von Makita gegönnt. Der Unterschied zu den Gurken , die ich vorher zum Schneiden, oder vielmehr Zerreißen der Hecken benutzt habe, ist doch recht gravierend. Ich empfehle hier unbedingt ein paar Euro mehr auszugeben, es lohnt sich wirklich. Die Heckenschere ist sehr leicht und der Akku liefert locker Energie für die ganze Länge der Hecke. Meine erste elektrische Heckenschere war Kabelgebunden und vom Discounter und eine absolute Qual in der Benutzung.

Ich versuche die Hecke nach oben hin immer etwas verjüngt zuzuschneiden, damit sie im Frühjahr auch von unten her wieder neu austreibt. Das nun folgende Aufräumen des Heckenmassakers musste auf die nächste Mittagspause verschoben werden. Bei Gelegenheit möchte ich die Zweige noch mit dem Häcksler zerkleinern und unter anderen Hecken verteilen.

Die große Eiche im hinteren Teil des Gartens hat sich mittlerweile komplett entblättert und das bunte Laub liegt zentimeterdick auf dem Rasen, von wo es möglichst entfernt werden sollte. Beim Zusammenharken fallen mir bereits einige Stellen auf, an denen das Gras bereits gelb geworden ist. Würde das Laub den ganzen Winter liegen bleiben, würde sich der Rasen darunter fast komplett verabschieden, ich spreche da aus Erfahrung. Einen Teil des Laubs schichte ich an der Efeuhecke am Rand des Grundstücks auf und belasse es auch dort, um Tieren einen gewissen Unterschlupf im Winter zu bieten. Einen Eimer mit Eichenlaub stelle ich zum Trocknen in den Keller, um es später nach und nach ins Aquarium zu geben. Die Fische und Garnelen freuen sich sehr über Humistoffe, welche gut für das Immunsystem sind. Außerdem dient das Laub als Versteck und Nahrungsquelle. Der Rest wandert nach und nach in die Biotonne.

Zum Schluß habe ich dann tatsächlich Mitte November noch den Rasen gemäht. Zum einen, weil er wie erwähnt noch gewachsen war und andererseits um restliches Laub aufzunehmen. Zu dieser Jahreszeit nehme ich nur den leichten Akku-Rasenmäher. Der Boden ist recht feucht und der schwere Benzinmäher würde mit seinen Rädern hier und da einfach Löcher in den Rasen reißen. Das Schnittgut wandert als Dünger und Mulchschicht unter diverse Büsche.

Von Laub befreit und frisch gemäht

Dass mein Rasen eigentlich mehr eine Moosfläche mit Grashalmen ist, stört mich nicht im Geringsten. Nach dem Mähen sieht die Fläche beinahe und für ganz kurze Zeit aus wie ein englischer Rasen… wenn man die Augen zusammenkneift 😉

Den Rasenmäher habe ich abschließend noch gereinigt, den Griff zusammengelegt und ihn in sein Winterquartier in der Gartenhütte gebracht. Für dieses Jahr ist Schluß mit mähen, höchstwahrscheinlich. Zu tun gibt es selbstverständlich noch genug… Terrasse aufräumen, Dachrinne säubern, Pampasgras zusammenbinden… ein Grund zum Draußensein findet sich mit einem Garten immer. In der heutigen Mittagspause haben diverse Ahorn- und Paulowniasamen ihren Platz in frischer Aussaaterde gefunden, Beute von einem Besuch im botanischen Garten in Kiel. Im Frühjahr gibt es ein Update…

Ist euer Garten schon fit für den Winter? Hat euch der Artikel gefallen? Schreibt es in die Kommentare 🙂

LG Andreas