Mein Gartenjahr: Juni

Endlich ist der Sommer da. Der Juni begann noch etwas frisch und wurde dann recht schnell richtig warm und schön, sodass es sich ab Mitte des Monats wunderbar am Strand aushalten ließ und auch das eine oder andere Bad in der Ostsee genossen werden konnte. Durch das bisherige eher feuchte Wetter und die darauf folgende Wärme haben die Pflanzen im Garten den Turbo eingelegt und wachsen nun üppig und saftig grün.

Rittersporn

Die wohl größte Veränderung im Garten war der Bau eines Rosenbogens für meine neue Ramblerrose „Ghislaine de Féligonde“. Das Rankgerüst ziert jetzt als Blickfang die Mitte des Gartens und bildet quasi ein Tor in den hinteren, eher schattigen Bereich. Wenn der Bogen mit der Ramblerrose und der Clematis „Princess Diana“ bewachsen ist, gibt er dem Garten zusammen mit der Randbepflanzung eine gewisse Struktur… so zumindest der Plan. Einen detaillierten Bericht zum Bau und den verwendeten Materialien findest du HIER.

Ebenfalls im Juni habe ich endlich an meinem Schuppen eine Regenrinne installiert, durch die nun ganz fleißig eine entsprechende Regentonne gefüllt wird. Mit dem Regenwasser gieße ich nicht nur diverse Pflanzen im Garten, wie z.B. die Tomaten und das sehr sehr durstige brasilianische Mammutblatt „Gunnera Manicata“, sondern auch meine Zimmerpflanzen, die sich über das weiche Wasser freuen dürften. Das Leitungswasser ist hier im Norden sehr hart und kalkig und in allen Blumentöpfen bildet sich mit der Zeit eine weiße Kalkkruste. Die Gunnera habe ich letztes Jahr gepflanzt und dieses Jahr ist sie schon ein ordentliches Stück größer geworden und bekommt jeden zweiten Tag zwei 10-Liter-Kannen Wasser. In seiner Heimat lebt das Mammutblatt an Gewässerrändern und braucht entsprechend viel Feuchtigkeit. HIER findest Du noch einen kleinen Bericht darüber, wie ich die Pflanze winterfest gemacht habe.

Mammutblatt ‚gunnera manicata‘

Mein Rasen ist alles andere als ein Golfrasen. Vielmehr wächst hier jede Menge Klee, Gänseblümchen, Habichtkraut und sonstiges Grünzeug. Unzählige Hummeln und Bienen machen sich geschäftig über das Potpourri her. Beim Ferkelkraut ( Hypochaeris radicata ) jedoch hört der Spaß auf und erweckt in mir den Unkrautjäger. Zwar blüht es schön gelb, die sich flach am Boden ausbreitende Pflanze verdrängt jedoch Gras komplett und vermehrt sich schnell. Da das Ausstechen mit einer Schaufel oder dem Messer sehr mühsam ist, habe ich mir aufgrund vieler positiver Bewertungen den Unkrautstecher einer gewissen nordischen, in schwarz und orange gehaltenen Marke gekauft und bin begeistert. Das Gerät zieht das Ferkelkraut mit samt Wurzel mühelos aus dem Boden und funktioniert auch bei Löwenzahn hervorragend.

Sonnenröschen ‚helianthemum‘

Das jährliche Ausbuddeln von Zwiebeln und Knollen mag ich nicht besonders, Dahlien allerdings mag ich sehr… eindeutig ein Dilemma. So entschied ich mich letztes Jahr dazu, die Knollen einfach im Boden zu lassen; so kalt würde es schon nicht werden. Selbstverständlich hatten wir im folgenden Winter mit die tiefsten Temperaturen, die man sich hier im Norden so vorstellen kann – minus 10-20 Grad. Den Dahlien hat es allerdings nichts ausgemacht und die Freude über das erneute Wachsen war groß. Jetzt Mitte Juli zeigen sich die ersten Blüten.

Dahlie

Ein Stückchen der Rasenfläche ist im Juni noch einem Beet für einjährige, bienenfreundliche Blühpflanzen gewichen. Die Saatmischung gab es letztes Jahr für einige Zeit beim Discounter und die Pflanzen darin säen sich selbst erneut aus. Mit der Aussaat war ich etwas spät dran, mittlerweile zeigen sich aber auch hier die ersten zarten Blüten und die Insekten freut es. Bilder folgen dann im Bericht über den Juli.

Es war doch so einiges los im Garten und beim Arbeiten kommen mir immer wieder neue Ideen, was noch so alles verändert oder neu angepflanzt werden könnte. Im Grunde ist ein Garten ein sich stets wandelndes Kunstwerk, welches nie ganz fertig wird und gerade darin seinen Reiz hat, während die Arbeit daran äußerst beruhigend und fast schon meditativ ist… wenn man nicht gerade gegen Ackerschachtelhalm kämpft 😉

LG Andreas

Mein Gartenjahr: April und Mai

Kalt war es, kalt und ungemütlich. Der April und insbesondere der Mai zeigten sich hier im Norden von ihrer schlechteren Seite. Die schönen Tage ließen sich an wenigen Fingern abzählen und die Natur ist entsprechend noch weit zurück. Selbst die große Eiche im Garten hatte sich dazu entschlossen, ihre Blätter erst Ende Mai auszubreiten. Während in diversen Ratgebern empfohlen wird eben zu dieser Zeit bei Stauden den sogenannten Chelsea Chop (starkes Zurückschneiden um kompaktes Wachstum anzuregen) durchzuführen, freute ich mich dieses Jahr über gerade mal handbreit hoch gewachsene Pflanzen. Jetzt, Mitte Juni sieht die Sache natürlich schon ganz anders aus; das feuchte Wetter und die dann einsetzende Wärme haben die Beete (und die Unkräuter) quasi explodieren lassen.

Tiarella ‚Sugar and Spice‘

Dem Wetter entsprechend habe ich im April und im Mai keine größeren Projekte im Garten gestartet. Das herausragendste Ereignis war wohl das Kappen großer Teile der Eberesche (Sorbus aucuparia), die neben dem Haus wächst. Bereits letztes Jahr bildeten sich lange Risse in der Rinde und hier und da fing sie an, sich einfach abzuschälen. Ich vermute, dass der Baum durch die lange Trockenheit letztes Jahr anfällig für eine Pilzerkrankung geworden ist. Zwei der vier Stämme habe ich mit tatkräftiger Unterstützung herausgeschnitten und sie entpuppten sich als komplett leblos und äußerst spröde. Der dritte Stamm hat noch Blätter bekommen, zeigt aber auch bereits die gleichen Symptome und auf Strecke wird vermutlich der ganze Baum absterben, was sehr schade ist. Die Eberesche ist mit ihren fiederartigen Blättern und den roten Beeren sehr dekorativ.

Erkrankung an der Eberesche
Apfelblüte
Moossteinbrech

In meinem Garten wachsen einige Kirschlorbeer-Büsche (oder Lorbeerkirsche) und ich möchte sie nach und nach gegen sinnvollere Gewächse austauschen. Zwar sind die weit verbreiteten Heckenpflanzen immergrün und mit den dunklen Blättern und weißen Blüten nicht hässlich, ihr Nutzen für die heimische Tierwelt ist jedoch äußerst gering und sie verbreitet sich über Aussaat recht nervig. Einzig an der Grundstücksgrenze darf sie sich zwecks Sichtschutz gern austoben. Unter dem Apfelbaum ist im Mai ein relativ großer Kirschlorbeer einem Beet gewichen, wo bisher Funkien und Storchschnabel wachsen. Gerade die Blüten des Storchschnabels sind ständig von einer ganzen Schar Hummeln und Bienen umschwärmt. Im Laufe des Jahres wird sicher noch einiges an Pflanzen dazu kommen.

Im gleichen Atemzug habe ich die Beetumrandung aus Holz endlich vervollständigt (zumindest an diesem Beet). Dafür nehme ich einfach 7cm starke, druckimprägnierte Rundpfähle und schneide sie, der Beetform entsprechend, mit leichter Gehrung in kurze Stücke. Anschließend werden die Enden einfach durch eine lange, diagonale Schraube verbunden. Dieses System hält zwar nicht ewig, geht aber schnell und ist relativ kostengünstig. Die Optik dieser Begrenzung gefällt mir außerdem sehr gut, ich bin kein großer Fan von Umrandungen aus Metall…

Zwischendurch gab es natürlich immer Kleinigkeiten zu erledigen… Pflanzen neu eintopfen, das unsägliche Unkrautzupfen, Rasen mähen und die Baumärkte nach Pflanzen durchstöbern 😉 Im Moment plane ich noch den Bau eines großen Rosenbogens, an dem meine neue Ramblerrose ‚Ghislaine de Féligonde‘ nach Herzenlust rambeln darf. Aber davon berichte ich dann beim nächsten Mal 🙂

LG Andreas

Mein Gartenjahr: März

Der März war dieses Jahr hier im Norden noch relativ ungemütlich, sprich grau und kalt. Die schönen Tage wurden aber selbstverständlich genutzt, um im Garten zu wurschteln. Die meiste Zeit habe ich dabei mit dem Beet an der Terrasse verbracht: hier war bis vor kurzem noch eine langweilige Fläche aus einem eher unschönen Gras-Moos-Gemisch, die jetzt zu einem Staudenbeet werden soll. Das Unangenehmste war wie immer das Entfernen der Grasnarbe mit Spaten und Muskelkraft. In Etappen habe ich so die ganze Fläche, immerhin ca. 18 qm, vom Gras befreit während der Komposthaufen allmählich gigantische Ausmaße annimmt. In der Beetfläche steht bereits eine sehr schöne Säulenhainbuche, die ich vor 7 Jahren gepflanzt habe. Neu dazu gekommen ist noch eine Tulpenmagnolie, die bisher eher ungünstig stand und jetzt hoffentlich in diesem Beet etwas besser gedeihen wird.

Da das Beet zur Hälfte die meiste Zeit im Schatten liegt, habe ich diesmal etwas mehr auf die Auswahl passender Pflanzen geachtet. Die anderen Beete sind letztes Jahr eher nach dem Motto „alles rein was gefällt“ entstanden. Als Pflanzen für den Schatten sind einige Prachtspieren, z.B. die wunderschöne Art ‚Colour Flash‘, diverse Funkien und auch Dickmännchen als Bodendecker ins Beet eingezogen. Ein besonderer Hingucker ist nach meinem Geschmack die Teppich-Japan-Segge Carex foliosissima ‚Icedance‘. Sie kommt auch mit schwierigen Lichtverhältnissen zurecht und bildet durch Ausläufer einen dichten Teppich ihrer grün-weißen Blätter.

Das Beet füllt sich…

Im vorderen, etwas sonnigeren Bereich des neuen Beetes habe ich diverse kleine Bodendecker und Kissenbilder gepflanzt, die hoffentlich bald möglichst viel Erde bedecken. Im rechten Teil, im Halbschatten, ist noch ein Bereich für meine bonsaiartigen Bäume entstanden. Der kleine japanische Ahorn, eine Ulme und eine Blutbuche mögen die direkte Mittagshitze im Sommer nicht unbedingt und würden im Topf auch sehr schnell trocken werden.

Japanischer Ahorn

Zum Abschluß des Berichts gibt es noch ein paar Bilder aus dem Frühlingsgarten…

LG Andreas 🙂

Neue Pflanzen… mal wieder

Die Frage danach, ob nun das Ei oder doch das Huhn zuerst da war, beschäftigt die Menschen schon etwas länger. Ähnlich verhält es sich mit Staude und Beet: brauche ich ein größeres Beet, weil die Anzahl der Pflanzen es verlangt oder muss ich mehr Stauden kaufen, weil noch so viel Platz im Beet ist. Beide Fälle sind mir dieses Jahr im Garten begegnet, und die aktuelle Beeterweiterung ist ein bisschen von beidem.

Kennst Du das? Nur mal eben in den Baumarkt oder das Gartencenter fahren und gucken, was es noch so gibt. Dass es nicht beim Gucken bleibt, sondern regelmäßig in einem wahren Pflanzen-Kaufrausch endet, muss hier nicht weiter erwähnt werden…

So auch dieses Mal; in der Pflanzenabteilung des Baumarktes gibt es derzeit viele Pflanzen zum halben Preis, um das Lager für den Winter zu räumen. So sind Rhododendren, Gräser, restliche Stauden und Rosen äußerst erschwinglich.

Rhododendron
Traubenheide „Leucothoe keiskei ‚Burning Love‚ „
Purpurglöckchen „Heuchera

Der Rhododendron wird seinen Platz im Schatten der großen Eiche finden, wo sich bereits einige seiner Verwandten tummeln, zusammen mit Dickmännchen und mehreren japanischen Ahornen.

Die neue Beetfläche soll möglichst lange blühen und nicht so viel Unkraut durchlassen. Mulchen und Bodendecker sind eine ganz wunderbare Kombination, um selbiges zu erreichen. Der Storchschnabel „Ann Folkard“ blüht sehr üppig und lange und wird sich hoffentlich durch Selbstaussaat noch etwas vermehren. In diesem Fall habe ich günstige wurzelnackte Knollenware gekauft. Die zweite reich blühende Staude ist die Kaschmirminze „Pink Cat“. Sie kann das ganze Jahr gepflanzt werden und blüht ein zweites Mal, wenn die erste Blüte im Sommer zurückgeschnitten wird. Beide Stauden sind winterhart und wunderbare Bienenweiden.

Storchschnabel „Geranium procurrens ‚Ann Folkard‚ „
Kaschmirminze „Nepeta nervosa ‚Pink Cat‚ „

Beide Stauden sehen im kommenden Sommer hoffentlich etwas üppiger aus als auf den beiden Fotos 😉

In einer tollen Baumschule in Gettorf, zwischen Kiel und Eckernförde, habe ich dann noch einen gelben Perrückenstrauch entdeckt, der umgehend adoptiert wurde. Die Herbstfärbung ist wunderschön und mein roter Perrückenstrauch braucht eh etwas Gesellschaft.

Perrückenstrauch „Cotinus coggygria ‚Golden Spirit‚“

Der Platz für dieses hübsche Exemplar muss allerdings erst noch gefunden werden, was uns wieder zu der anfänglichen Frage zurückführt, was denn nun zuerst da war.

Wenn am Ende ein schöner Garten entsteht, der Herz, Auge und Bienen gleichermaßen erfreut, kommt es auf die Antwort wahrscheinlich nicht mehr ganz so sehr an 🙂

LG Andreas

Staudenbeete vergrößern

Herbstzeit ist Pflanzzeit heißt es ja so schön. Abgesehen davon, daß bei mir den Rest des Jahres auch Pflanzzeit war, muss ich als werdender guter Gärtner natürlich noch ein paar Pflanzen in den Garten setzen. Stöbert man dieser Tage durch diverse Baumärkte, kann man in den meisten Fällen eine mehr oder weniger große Ecke mit reduzierten Pflanzen finden, und bei Stauden zum halben Preis gibt es kein Halten mehr…

Rudbeckia fulgida „Little Goldstar“

In diesem Fall handelte es sich um den reich blühenden Sonnenhut Rudbeckia fulgida „Little Goldstar“. So richtig einfügen wollen sich die Neuankömmlinge jedoch in keines der Beete, eine Erweiterung muss her und der Platz dafür ist auch schnell gefunden.

Zunächst steche ich mit dem Spaten den neuen Umriss des Beetes ab. Das war der einfache Teil. Die Grasnarbe zu entfernen kostet einiges an Kraft und kann bei größeren Flächen mächtig schweißtreibend sein – gerade im Sommer, wenn der Boden sehr trocken ist.

Die Fläche, die ich vom Gras befreien möchte, teile ich mit dem Spaten zunächst in Streifen. Diese Methode hat sich für mich als am effektivsten herausgestellt. Die Schubkarre steht direkt daneben und so wandert Sode für Sode auf den immer höher werdenden Komposthaufen. Man wundert sich, welche Mengen da zusammenkommen.

Wenn der neue Abschnitt dann freigelegt ist, sammle ich noch grobes Wurzelwerk und Steine heraus. Das Umgraben der ganzen Fläche habe ich mir komplett abgewöhnt und lasse die Regenwürmer und Mikrooranismen an ihrem Platz. An dieser Stelle im Garten wäre es auch ein fast unmögliches Unterfangen. Der Boden ist hier sehr hart und Pflanzlöcher müssen mit der Spitzhacke vertieft werden. Das Einbringen von frischem Kompost könnte hier wahrscheinlich etwas Abhilfe schaffen.

Alle meine Beete sind mit Rindenmulch belegt. Dieser schützt den Boden vor dem Austrocknen und man muss nicht so oft gießen. Außerdem verhindert die Mulchschicht recht effektiv das Wachsen von Lichtkeimern, weil die feine Saat einfach durch die Mulchschicht nach unten rieselt. Wenn doch Unkraut aufgeht, lässt es sich sehr leicht entfernen. Ich war erstaunt, wie wenig Jätarbeit die großen Beete machen.

Mulchen der frischen Fläche

Zum Schluss finden die neuen Stauden ihren Platz im Beet. Die Pflanzlöcher versuche ich mit der Spitzhacke so tief wie möglich aufzulockern, damit es die Wurzeln später etwas leichter haben. Beim Angießen der frisch gepflanzten Stauden kann man ruhig verschwenderisch sein und alles richtig schön unter Wasser setzen. Das stellt sicher, daß der Wurzelballen komplett mit Erde in Verbindung kommt, Hohlräume werden zugeschlämmt. Meist gieße ich nächsten oder übernächsten Tag nochmal und dann nach ca. einer Woche erneut. Von da an ist die Pflanze eigentlich ihrem Schicksal überlassen, in heißen Sommern wie dem letzten habe ich allerdings öfter gegossen – die Stauden sahen einfach zu traurig aus.

Wenn die Beete ihre finale Form erreicht haben, möchte ich sie gerne noch mit Holz umranden. Das geht relativ schnell und günstig und lässt sich auch recht einfach wieder abändern. Eine leicht erhöhte Kante vermindert außerdem das Chaos, das vor allem Amseln beim Durchwühlen des Mulches anstellen.

Holzkante bei einem fertigen Beet

Wahrscheinlich werden die Beete bis zum Frühjahr noch um ein paar Quadratmeter gewachsen sein, man braucht ja Platz für die ganzen schönen Stauden 😉

LG Andreas

Der Garten

Auf rund 600qm entfaltet sich ganz ungeniert mein Garten mit Rasen, Staudenbeeten und diversen Büschen und Bäumen. Vor dem Corona-Lockdown bestand die Fläche eigentlich nur aus mehr oder weniger gut gemähtem Gras, die unfreiwillig gewonnene Zeit führte allerdings zu einiger Veränderung…

Rasen gibt es immernoch, allerdings ist er jetzt durch einige Staudenbeete unterbrochen. Einjährige Pflanzen mag ich überhaupt nicht, der Kreislauf aus einpflanzen, blühen, verblühen und wieder rausreißen mag viele Freunde haben – ich gehöre nicht dazu. Vielmehr macht es mir Freude, wenn Pflanzen gut gedeihen und von Jahr zu Jahr größer werden. So hatte z.B. der Schneckenknöterich „Dimity“ schon nach 3 Monaten eine ansehnliche Fläche bewachsen und ich konnte ihn teilen und an anderer Stelle einpflanzen. Eine Pflanze die ich absolut empfehlen kann, der Knöterich blühte währenddessen ununterbrochen und tut dies jetzt Mitte Oktober immernoch.

Schneckenknöterich Bistorta affinis ‚Dimity‘

In der hinteren eher schattigen Ecke des Gartens ist ein Beet für einen ganz besonderen grünen Vertreter entstanden, die Gunnera manicata. Das aus Brasilien stammende Mammutblatt bekommt unter idealen Bedingungen Blätter von über 2 Metern Durchmesser, und das jedes Jahr von Neuem. Ob sie bei mir auch so gewaltige Dimensionen annehmen wird wage ich noch zu bezweifeln. Demnächst gilt es, sie erstmal für den Winter gut einzupacken. Solange Madame Gunnera noch klein ist, nutze ich das Beet noch für Pflanzen, die im Moment noch keinen richtigen Platz gefunden haben.

Mammutblatt ‚Gunnera manicata‘

In einem Staudengarten darf natürlich eines nicht fehlen – Stauden. Ich wußte nicht, dass Pflanzen einkaufen so süchtig machen kann. Beim Aufräumen des Schuppens bestätigt die schiere Menge an leeren Pflanztöpfen das ganze Ausmaß 😉 Ob Sonnenhut oder -braut, Gräser, Storchschnabel, Salbei oder Lavendel… wie ich feststellen musste, gibt es alles in unzähliger Vielzahl und Sorte. Deshalb sehen die Beete auch eher bunt aus und erheben keinen Anspruch auf Perfektion. Wenn der Garten das Auge und das Gemüt erfreut ist alles gut.

Sonnenbraut ‚Moerheim Beauty‘

Kerzen-Knöterich ‚Speciosa‘
Winterharter Lavendel

Bereits letztes Jahr im Sommer ist meine Gartenhütte entstanden. Vorher waren alle Gartengeräte inklusive Rasenmäher in der Garage gelagert, Platz für das Auto gab es nicht mehr. Jetzt lagere ich alle Geräte in dem dafür vorgesehenen Schuppen – und das Auto steht immernoch draußen… Dem Bau der Hütte werde ich einen extra Beitrag widmen mit Schritt für Schritt Bildern der Entstehung, vielleicht hilft es Dir ja beim Planen und Bauen Deines Gartenhauses.

Gartenhütte mit Gardena Schlauchbox

Gärtnern, sich draußen in der Natur bewegen und abarbeiten, sind für mich absolute Stresskiller (sofern man keine Zaunwinde im Beet hat). Man vergisst die Arbeit, den blöden Chef und die Gasrechnung. Gefühlt scheint es im Moment wieder einen Trend zum Gärtnern zu geben. In merkwürdigen Zeiten gibt es offenbar ein Bedürfnis nach Nähe zur Natur und zu etwas Bodenständigem. Der ‚Urban gardening‘ Trend zeigt dies auch recht deutlich. Grün ist die Farbe, die den Menschen am meisten beruhigt und erdet. Umso merkwürdiger ist der ebenfalls fürchterlich im Trend liegende ‚Steingarten‘, den man in fast allen Neubaugebieten „bewundern“ kann – Gabionen und Granit soweit das Auge reicht.

Ganz ohne Stein geht es in meinem Garten auch nicht, es gibt eine Terrasse, auf der auch noch so Allerlei in Töpfen wächst. Neben Kiwi, Phönixpalme, Olivenbaum und Oleander gibt es auch 3 kleine Bäume in Töpfen, der Ausdruck ‚Bonsai‘ wäre hier wahrlich übertrieben 😉

Roter Fächerahorn
Blutbuche ‚Fagus sylvatica f. purpurea‘

Jetzt hast Du einen groben Überblick über mein kleines grünes Reich…

In künftigen Blogbeiträgen möchte ich Dir über Pflanzen, Aufgaben im Garten und Gartengeräte berichten, Tips geben und Praxistests machen. Ich hoffe dieser Beitrag hat Dir gefallen. Abonniere also gern meinen Blog und bis zum nächsten Mal hier bei Fisch&Garten 🙂

LG Andreas