Ausflug zum Wittensee

Wittensee? Kenn ich gar nicht, obwohl er eigentlich unüberse(e)hbar ist. Mit seinen fast 10 Quadratkilometern Fläche ist er der viertgrößte See in Schleswig-Holstein. Über die A210 und A7 ist man von Kiel aus in ca. 30 Minuten am Ziel, die weitaus schönere und interessantere Strecke führt allerdings über die Landstraße an Gettorf, Holtsee und Sehestedt vorbei. An diesem sonnigen Novembertag musste man einfach nach draußen in die Natur, der Winter wird noch genug dunkle und nasse Tage bringen.

Direkt am See an der Badestelle Hoheluft finden sich einige Parkplätze, die im November auch ausreichend Platz bieten, im Sommer aber vermutlich hoffnungslos überfüllt sind. Direkt nebenan befindet sich nämlich auch der örtliche Surfclub, und selbst bei diesen Temperaturen waren einige unerschrockene Sportler auf dem Wasser. Ich bewundere die Kälteresistenz und ziehe meinen Jackenkragen lieber noch etwas höher, es weht eine gute Brise über den See heran.

Einen direkten Wanderweg findet man hier nicht, es schlängelt sich aber ein Pfad durch den waldigen Uferstreifen. Die Bäume stehen hier direkt am Wasser und bilden mit ihren Wurzeln teilweise bizarre und interessante Formen.

Richtung Nordwesten gelangt man entlang der wenig befahrenen Straße zum Ort Groß Wittensee, wo man gleich noch der historischen Windmühle ‚Auguste‘ einen Besuch abstatten kann:

http://www.windmuehle-auguste.de/index2.html

In entgegengesetzter Richtung führt eine kleine Straße am See entlang. In Richtung Ufer kann man eine ganze Reihe sehr schöner und teilweise skurriler Ferienhäuser bewundern.

Da es keinen direkten Wanderweg um den ganzen See gibt, geht es auf dem selben Weg zurück zum Startpunkt. Eine besonders lange Wanderung war es sicherlich nicht, dennoch gab es in den gut 2 Stunden eine Menge zu sehen und zu entdecken und vor allem jede Menge frische Luft.

Ich kann nur empfehlen, einfach mal ein Ziel auf der Karte rauszusuchen und dieses dann zu entdecken. Es gibt in der direkten Umgebung des eigenen Wohnortes so viele Gegenden, die man einfach noch nie gesehen hat und einen Besuch wert sind. Gerade in Corona-Zeiten, in denen sonst Alltägliches einfach nicht mehr oder nur eingeschränkt möglich ist, bringen Entdeckungsreisen neue Energie und neue Eindrücke und damit meist auch ein positiveres Gemüt.

Das war schon der kleine Reisebericht vom Wittensee. Unternimmst Du zur Zeit auch mehr Ausflüge als sonst? Bis zum nächsten Bericht 🙂

LG Andreas

Wanderung am Westensee

Der Sonntag im späten Oktober war einer der Tage, an dem das norddeutsche Wetter sich nicht gerade von seiner besten Seite zeigte. Genaugenommen war es ein Sonntag, um mit Süßigkeiten und einem heißen Getränk auf der Couch hängen zu bleiben. Irgendwann gehen jedoch auch die größten Kuchenvorräte zur Neige und selbst meinem inneren Schweinehund wurde langweilig und wollte an die frische Luft.

Nur 20 Autominuten von Kiel entfernt bietet sich zum Auslüften die perfekte Gelegenheit, denn hier liegt der Naturpark Westensee mit wunderschönen Wanderwegen.

Zunächst ging es von Kiel aus über die A215 Richtung Südwesten bis zur Ausfahrt Blumenthal. Von dort sind es nur wenige Kilometer bis zum Örtchen Wrohe, dem Ausgangspunkt der Wanderung. Parkplätze waren ausreichend vorhanden, was bei gutem Wetter und im Sommer aber vermutlich etwas anders aussieht. Schon während der Fahrt wunderte ich mich über den dichten Wald und genoß den Ausblick ins Grüne.

Blick auf den großen Schierensee

Der Wanderweg führt rund um den großen und den kleinen Schierensee, welche zum Gewässersystem Obereider gehören und direkt mit dem 7 Quadratkilometer großen Westensee verbunden sind. Auf rund 10km führt der Weg durch teilweise erstaunlich hügeliges Gelände (zumindest für Norddeutsche Verhältnisse) und man fühlt sich sofort wie in einer anderen Welt: dichter Mischwald, durch den sich ein teilweise sehr schmaler Wanderweg schlängelt, riesige Buchen und majestätische Eichen und der allgegenwärtige Geruch nach Wald, Erde und ein bisschen Moder.

Im Herbst zeigt der Wald in den schönsten Farben, dunkles Grün steht im Kontrast zu leuchtendem Gelb und Orange. Ein bisschen schade war, daß an diesem Sonntag die Sonne nicht hervor kam, das Sonnenlicht hätte die Farben noch etwas mehr leuchten lassen.

Der Weg um die beiden Seen führt auch durch eine kleine Siedlung und die Gemeinde Schierensee, wo es eine schöne Badestelle gibt; im Sommer sicherlich eine willkommene Abkühlung. Ein weiterer Badesteg und sogar ein kleiner Strand finden sich in der Gemeinde Wrohe.

Wenn man sich Zeit nimmt und in einem eher gemütlichen Tempo geht ist die Tour in ca. 3 Stunden geschafft. Griffige und vor allem wasserdichte Schuhe sind zu dieser Jahreszeit angebracht, der Pfad ist vor allem in Ufernähe teilweise etwas aufgeweicht.

Verbindung zwischen kleinem und großem Schierensee

Der Ausflug hat sich trotz des eher bescheidenen Wetters mehr als gelohnt. Ich war überrascht, einen schönen und dichten Naturwald direkt vor der Haustür Kiels zu entdecken. In Zeiten von Corona bucht man eben nicht die sonst-wievielte Reise nach Spanien, sondern besinnt sich auf die schönen Ecken im eigenen Land, von denen es reichlich gibt. Weit entfernt müssen sie dabei auch nicht sein.

Ein bisschen erschöpft, entschleunigt und fasziniert ging es zurück nach Hause, wo vielleicht doch noch ein Stück Kuchen wartete 😉

LG Andreas